6. April 2010
Sauberes Wasser ist ein Menschenrecht
Verschmutztes Wasser vor allem in Millionenstädten ein großes Problem
Stuttgart, 06. April 2010. Immer noch haben viel zu viele Menschen auf dieser Welt keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und zu angemessenen sanitären Einrichtungen. Darauf hat das evangelische Hilfswerk "Brot für die Welt" anlässlich des Weltgesundheitstags am 7. April hingewiesen. Die Folgen dieses globalen Problems sind dramatisch. Alle 20 Sekunden stirbt weltweit ein Kind an den Folgen einer Durchfallerkrankung, das sind etwa zehn Mal mehr Kinder als AIDS zum Opfer fallen. Von dieser Krise ist Afrika südlich der Sahara am schwersten betroffen. Aber auch Mega-Metropolen auf anderen Kontinenten wie Dhaka in Bangladesch haben damit ein enormes Problem. In den Slums der 12-Millionen-Stadt brechen regelmäßig Durchfall-Epidemien aus, weil die meisten Menschen dort über kein sauberes Trinkwasser und keine Toiletten oder Duschen verfügen.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat den diesjährigen Weltgesundheitstag deshalb unter das Motto "1 000 Städte - 1 000 Leben" gestellt. Vom 7. bis zum 11. April finden weltweit Aktionen statt, die vor Augen führen sollen, wie wichtig eine gute sanitäre Grundversorgung ist. Nach WHO-Angaben beteiligen sich weltweit bislang über 800 Städte und mehr als 120 Länder am Weltgesundheitstag. In Bangladesch machen unter anderem auch die Städte Dhaka, Khulna oder Chittagong mit. Dort finden zum Beispiel Straßenreinigungs-Aktionen und Podiumsdiskussionen zu diesem Thema statt.
Im Herbst 2000 hatten die Vereinten Nationen vereinbart, weltweit bis zum Jahr 2015 den Anteil der Menschen an der Weltbevölkerung zu halbieren, die keinen Zugang zu einer sauberen Toilette haben. Doch vom Ziel einer sanitären Grundversorgung ist die Menschheit weiter entfernt als von jedem anderen der sogenannten "Millenniumsziele". Selbst das moderate Ziel einer Halbierung des Anteils der Menschen ohne Zugang zu sanitärer Basisversorgung würde bei dem derzeitigen Tempo der Umsetzung erst im nächsten Jahrhundert erreicht werden.
"Brot für die Welt" geht deshalb neue Wege, um Öffentlichkeit für dieses wichtige Thema zu schaffen. Im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika wurde das Hilfswerk Mitinitiator eines Fußballklubs, bei dem alle Mitglied werden können: "Wash United". "Wash" steht dabei für Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene. Bekannte Fußballstars wie Sebastian Schweinsteiger oder Michael Ballack setzen sich vor und während der Fußball-WM in Südafrika für die Umsetzung des Menschenrechts auf Wasser und sanitäre Grundversorgung ein. Außerdem soll das Händewaschen mit Seife gefördert werden. Eine erste spektakuläre Aktion von "Wash United" gab es vor zwei Wochen in Berlin am Brandenburger Tor. Dort beteiligten sich mehrere hundert Menschen an der größten "Toilettenschlange der Welt", unter ihnen auch politische Prominenz wie die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Renate Künast.
Bei Rückfragen: Peter Liebe, Tel. 0711 2159-186, E-Mail: p.liebe@brot-fuer-die-welt.de