28. September 2009
Philippinen: Sturm "Ketsana" fordert zahlreiche Todesopfer
Eine halbe Million Menschen sind auf der Flucht vor den Wassermassen

Stuttgart, 28. September 2009. Der Tropensturm "Ketsana" hat auf den Philippinen mit ungeheuren Wassermassen ganze Landstriche unter Wasser gesetzt. Nach Angaben der Katastrophenzentrale kamen dabei mindestens 144 Menschen ums Leben, die meisten ertranken. Nach schweren Überschwemmungen auf Luzon, aber auch auf Mindanao und den Visayas, laufen die Hilfseinsätze auf Hochtouren. Freiwillige, Helfer der Partnerorganisation CDRC (Citizens´ Disaster Response Center) und Soldaten retteten Tausende Menschen von ihren Hausdächern und aus Baumkronen.
Nach Informationen der Diakonie Katastrophenhilfe sind Tausende Menschen auf der Flucht vor den Wassermassen. Die Einsatzkräfte seien angesichts des großen Katastrophengebiets überfordert: Fast eine halbe Million Menschen sind betroffen, über 100 000 Menschen sind derzeit in Notunterkünften untergebracht. "Ich konnte meine Großmutter und meinen Onkel erst heute vom Dach ihres Hauses retten, seit Samstag haben sie dort auf Hilfe gewartet", erzählt Projektleiter Carlos Padolina vom CDRC. Noch immer würden viele Menschen auf ihren Hausdächern ausharren und Wasser und Schlamm brusthoch in den Straßen stehen. Dabei erwartet der Wetterdienst für Mitte der Woche bereits zwei neue Tropenstürme, die sich derzeit über dem warmen Wasser des Pazifischen Ozeans aufladen. Die Regenfälle, die Tropensturm "Ketsana" am Samstag gebracht hatte, waren laut Meteorologen die schwersten Niederschläge seit Juni 1967. Innerhalb von sechs Stunden regnete es so viel wie sonst in einem Monat.
Die Partnerorganisation CDRC der Diakonie Katastrophenhilfe hat - obwohl ihr eigenes Büro ebenfalls überschwemmt wurde - unmittelbar nach dem Tropensturm begonnen, die Opfer von "Ketsana" mit dem Notwendigsten zu versorgen. Mitarbeiter der örtlichen Katastrophenschutzteams stellen Hilfspakete für die Menschen zusammen. Sie brauchen vor allem Lebensmittel und Wasser. Darüber hinaus verteilen die Helfer Kochgeschirr, Decken und Medikamente, um den Ausbruch von Krankheiten durch verschmutztes Trinkwasser zu verhindern. Die Diakonie Katastrophenhilfe stellt 25.000 Euro für die Opfer des Tropensturms zur Verfügung.
Die Anzahl und Stärke der Stürme haben in den vergangenen Jahren auf Grund der Auswirkungen des Klimawandels stark zugenommen. Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt seit zwei Jahren gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation CDRC Gemeinden in besonders gefährdeten Gebieten. Um die Bevölkerung besser vor Tropenstürmen und Taifunen zu schützen, zielt ein vom Auswärtigen Amt gefördertes Projekt vor allem auf die Katastrophenvorsorge.
Um die Arbeit der Diakonie Katastrophenhilfe unterstützen zu können, bitten die kirchlichen Werke der westfälischen und der rheinischen Landeskirche um Spenden: Kennwort: "Sturmhilfe Asien".
Diakonisches Werk Rheinland:
Konto 55 55 431, Bank für Sozialwirtschaft Köln, BLZ 370 205 00
Diakonisches Werk Westfalen:
Konto 21 000 35 033, KD-Bank eG Dortmund, BLZ 350 601 90
Für Rückfragen: Peter Liebe, Tel.: 0711 2159-186 oder 0174 3020158