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Chancenreich gegen Kinderarmut

"Geld und Liebe" - Szenen aus dem wahren Leben

Theaterstück über Kinderarmut

Schauspieler in einer Theaterszene

Szene aus dem Theaterstück "Geld und Liebe"

Text: Jutta Huberti-Post

Was unsere Kinder wirklich brauchen

„Guck’ mal“, sagt Jaqueline mit strahlenden Augen und hält der Erzieherin begeistert ihren neuen iPod entgegen. Sie hat das trendige Elektronikteil zum Geburtstag bekommen. Gleichzeitig trägt die Fünfjährige zu große Schuhe und kann im Kindergarten nicht frühstücken, weil die mitgebrachte Brotbox leer ist. Henry hat was zu essen dabei. Er fällt während eines Ausflugs im Wald immer wieder hin, weil er es nicht gewohnt ist, auf unebenem Untergrund zu gehen. Seine Mutter nimmt den Sohn manchmal zum Einkaufen mit, parkt ihn aber häufig vor Fernseher, Videogerät oder Play-Station. Sebastian hat kaum Zeit für freies Spiel. Im Terminkalender des Kindergartenkindes stehen Tennis, Fußball, Klavierunterricht und mehr. Die Förderung des musikalischen Talentes von Leonie muss dagegen erst einmal verschoben werden. Die Haushaltskasse der allein erziehenden Mutter ist knapp bestückt und Geld für die Musikschule nicht drin.

Wie im richtigen Leben

Szenen aus dem Alltag von Kindern und ihren Familien bringt jetzt das Forumtheater Inszene auf die Bühne. „Geld und Liebe, was können wir unseren Kindern geben und was brauchen sie wirklich?“, fragen die Macherinnen um Regisseurin Friderike Wilckens- von Hein. Das Theaterstück wurde auf Initiative des Diakonischen Werkes An Sieg und Rhein entwickelt, die Hit-Stiftung fördert das Projekt. Premiere war jetzt in der Troisdorfer Johanneskirche. Mit „Geld und Liebe“ möchte die Diakonie unterschiedliche Arten von Kinderarmut für die Zuschauer spürbar werden lassen und zum Ausprobieren von Veränderungen anregen.

Gezeigt werden Szenen aus dem wirklichen Leben. Regisseurin Wilckens- von Hein befragte im Vorfeld Erzieherinnen, sprach mit Eltern und Kindern und informierte sich in Schulen. Sie legt Wert darauf, dass die Situationen auf der Bühne nicht übertrieben sind und jeweils reale Vorlagen haben. Auch die Rolle der Zuschauer ist beim Forumtheater anders als sonst: „Was fehlt den Kindern und was würden Sie tun?“ fragt von Wilckens- von Hein am Ende des Stückes. Sie fordert die Zuschauer auf, eigene Lösungsvorschläge für die gezeigten Probleme zu entwickeln und diese zusammen mit den Schauspielrinnen direkt auf der Bühne auszuprobieren.

Hinschauen und aktiv werden

Für das Publikum ist schnell klar, was Jaqueline und ihren Freunden fehlt: Zeit, Aufmerksamkeit, Verständnis, Bewegung, Kreativität und Geld gehören dazu. Bei der Suche nach Unterstützungsmöglichkeiten für die Kinder gibt es verschiedene Anregungen. Ein Vater probt auf der Bühne das Gespräch mit der Erzieherin und schlägt ihr vor, zukünftig regelmäßig Ausflüge mit Elternbeteiligung zu machen. Eine andere Zuschauerin setzt auf private Initiativen. Sie würde sich nachmittags mit anderen Müttern und Kindern zum Waldspaziergang verabreden. Am Schluss des beeindruckenden Theaterabends herrscht im Publikum Einigkeit darüber, dass alle etwas für Kinder tun können - wenn sie hinschauen und aktiv werden.

Weitere Informationen

Das Theaterstück "Geld und Liebe" kann für weitere Aufführungen gebucht werden bei:
Kirsten Steinhoff 02 28 - 47 18 24, steinhoff@diakonie-sieg-rhein.de oder
Friderike Wilckens- von Hein 022 47 - 900 400, eastend_arts@web.de

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