Sie sind hier: Start >

Chancenreich gegen Kinderarmut

>

Projekte

Kinderhaus Malstatt - Saarbrücken

Kinder am Esstisch

 

Was wird gemacht?

Seit 2004 ist das Kinderhaus Malstatt an 3 Tagen in der Woche jeweils vom 12:30 – 17:00 Uhr für die Kinder des Saarbrücker Stadtteils Malstatt geöffnet. Das Kinderhaus liegt im unteren Malstatt und ist sehr gut fußläufig erreichbar. Die Kinder sind willkommen, finden immer ein offenes Ohr für ihre Sorgen, können Spiel- und Sportgeräte ausleihen oder sich einfach nur ausruhen. Mit einem Teil der Kinder wird eingekauft und gekocht – anschließend nehmen durchschnittlich 15 Kinder an dem gemeinsamen Mittagessen teil. Günstige und gesunde Ernährung sowie das erleben von Gemeinschaft stehen somit auf dem Stundenplan des Kinderhauses. Die Kinder sind begeistert dabei und haben auch schon so manches Rezept mit nach Hause genommen. Für 10 bis 12 Kinder gibt es im Anschluss eine Hausaufgabengruppe und den Abschluss des Nachmittages bilden oft kreative Angebote von Malen bis Linoldruck.

Für und mit den Eltern werden Elternvormittage mit dem Schwerpunkt Erziehungsfragen sowie Elternabende zu verschiedenen Themen durchgeführt. Auch Kurse und eine Eltern-Kind-Freizeit stehen auf dem Programm. Ergänzend zu den Angeboten für die Kinder und Eltern wird mit allen weiteren Einrichtungen und Projekten im Stadtteil zusammengearbeitet, so dass verschiedene Angebote von Babykursen über Krabbelgruppen bis hin zu Kinderflohmärkten und Arbeitsgelegenheiten oder Kursen einer Stadtteilwerkstatt durchgeführt werden können.

Mit dem sozialen Dienst des Jugendamtes treffen sich die Mitarbeitenden des Kinderhauses im „Präventionsteam“ um insbesondere für benachteiligte Kinder die Angebote des Kinderhauses zu erschließen.

Grundidee / Ziele

Zielsetzung ist den Auswirkungen von Kinderarmut auf der Stadtteilebene zu begegnen und partnerschaftliche Hilfe unmittelbar in der Lebenswelt zu realisieren und anzubieten.
Mit den weiteren Institutionen soll eine Präventionskette vom Baby bis zum Erwachsenenalter geschlossen werden, so dass in allen Lebensphasen Angebote bestehen. Chancen- und Bildungsgerechtigkeit sind die übergeordneten Ziele des Kinderhauses. In diesem Sinne erfolgt auch die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt um gerade diesen Kindern niedrigschwellige Hilfen anzubieten. Die durch die materielle Armut verursachten vielfältigen Benachteiligungen (Gesundheit, Bildung, Soziales, Kultur) sollen vermindert und nach Möglichkeit kompensiert werden. Letztlich sollen hierdurch auch weitere und kostspielige Maßnahmen der öffentlichen Jugendhilfe verhindert werden.

Kinder beim Spielen

 

Wer soll profitieren?

Die Zielgruppen sind – vor allem benachteiligte – Kinder (6 – 12 Jahre) und deren Familien im Saarbrücker Stadtteil Malstatt. Im unteren Malstatt leben sehr viele Familien mit geringem Einkommen und niedrigem Bildungs- sowie Ausbildungs- und Berufsstand. Der Anteil von Familien mit Migrationshintergrund ist ebenfalls hoch sowie der Anteil Alleinerziehender.

Trägerschaft und Kooperation

Träger des Kinderhauses Malstatt ist das Diakonische Werk an der Saar gGmbH. Es findet eine enge Zusammenarbeit mit dem Regionalverband Saarbrücken / Jugendamt (Sozialer Dienst und Jugendhilfeplanung) statt.

Wer macht es?

Im Projekt arbeiten ein Erziehungswissenschaftler und eine Erziehungshelferin jeweils in Teilzeit. Soweit Mittel vorhanden sind, können zusätzliche Honorarkräfte für spezielle Angebote eingesetzt werden. Auf die Mitarbeit auch der Kinder und der Eltern wird soweit möglich, Wert gelegt.

Was wird benötigt?

Die Grundausstattung für Personal- und Sachkosten ist gewährleistet. Stets benötigt werden jedoch weitere Mittel für Honorarkräfte sowie spezielle Angebote für die Kinder, z. B. Museumsbesuche, Kunstprojekte, aber auch Unterstützung bezüglich gesunder Ernährung und Hausaufgabenhilfe.

Woher kommt das Geld?

Finanziert wird das Kinderhaus Malstatt durch den Regionalverband Saarbrücken, das Ministerium für Bildung, Familien, Frauen und Kultur des Saarlandes, das Diakonische Werk an der Saar sowie ggf. durch Einzelspenderinnen und –spender.

Wie machen Sie Ihr Angebot bekannt?

Hier werden alle Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit genutzt: Presseartikel, Berichte von durchgeführten Aktionen, Stadtteilzeitung, etc. Es wurde bereits auch ein Filmbeitrag über das Kinderhaus Malstatt erstellt und mehrfach gesendet.

Was bringt es?

Das Kinderhaus ist zur einer beliebten und wichtigen Anlaufstelle für die Kinder und ihre Eltern geworden. Täglich ca. 30 Kinder nutzen das Angebot, aber auch Eltern erhalten Auskünfte, Tipps und Hinweise sowie auf Wunsch auch unkompliziert Rat in Erziehungs- und Lebensfragen. Die Ziele des Kinderhauses – Kinder fördern statt frustrieren, Eltern beraten statt beschämen, Zusammenarbeit und Vernetzung verbessern, statt Konkurrenz zu fördern – werden gut erreicht. Die Wirkungen für die einzelnen Kinder werden in ausgearbeiteten „Resilenzbögen“ dokumentiert. Mit Unterstützung der fachlichen Begleitung durch das iSPO-Institut Saarbrücken kann der präventive und fördernde Einsatz des Projektes eindeutig belegt werden.

 

Weitere Informationen

Das Kinderhaus Malstatt ist Teil des Programms „Freiraum für Prävention – ein Jugendhilfeprojekt zur Vorbeugung gegen Kinderarmut“, das es noch an 3 weiteren Standorten im Regionalverband Saarbrücken gibt. Der Einsatz der Kinderhäuser, die niedrigschwellig für Kinder und Eltern erreichbar sind, kann als zukunftsfähig bezeichnet werden. Wichtig für die Wirkung und Erfolge sind ein Vertrauensverhältnis zu den Kindern und Eltern – u. a. deshalb ist eine mittelfristige Finanzierung dieser Kinderhäuser unabdingbar (zurzeit bis 31.12.2009).

Ansprechpartner

Kinderhaus Malstatt – Freiraum für Prävention“
Carsten Freels / Inge Benteyn
Neustraße 23
66115 Saarbrücken
Tel.: 06 81 / 9 47 13 42
Fax: 06 81 / 9 47 35-29
Mobil: 01 60 / 1 72 09 03
Email:

Material zum Herunterladen

Sachstandsbericht des Modellprojektes "Freiraum für Prävention - ein Jugendhilfeprojekt zur Vorbeugung gegen Kinderarmut" (Januar bis Dezember 2007)
PDF-Dokument des Berichtes zum Herunterladen
Sachstandsbericht_Modellprojekt_2007.pdf

zurück zur Liste