Kinderhaus Brebach - Saarbrücken

Was wird gemacht?
Seit Februar 2009 öffnet das Kinderhaus Brebach an 3 Tagen der Woche jeweils von 13:00 - 18:00 Uhr seine Türen für die Kinder des Saarbrücker Stadtteils Brebach. Sie haben die Möglichkeit, an sozialpädagogischen Angeboten verschiedenster Art teilzunehmen. Kreatives Gestalten, sportliche Aktivitäten, zahlreiche Spielmöglichkeiten, Backen und Kochen stehen regelmäßig auf dem Programm. Im Wechsel gibt es besondere Angebote für Jungen und Mädchen. Daneben werden in den Schulferien zusätzliche Aktivitäten angeboten, z. B. Tagesausflüge oder Ferienfreizeiten.
Ein weiterer Bestandteil des Projektes ist eine intensive Elternarbeit, die neben der Beratung in Erziehungsfragen und bei allgemeinen Problemlagen auch Angebote wie z. B. Elternkurse und Familienfreizeiten umfasst.
Das Kinderhaus ist eingebettet in die Gemeinwesenarbeit des BürgerInnenzentrums Brebach, eine Einrichtung des Diakonischen Werkes an der Saar und arbeitet inhaltlich und personell in engem Verbund mit der dortigen Angebotsstruktur (SchülerInnenhilfe, Jugendclub, Sozialberatung, Stadtteiltreff, Stadtteilentwicklung, Integrationsarbeit). So haben die Kinder des Kinderhauses z. B. die Möglichkeit im Stadtteiltreff dreimal wöchentlich einen gesunden Mittagstisch einzunehmen.
Um die Familien möglichst früh in ihrer Erziehungskompetenz zu stützen und zu fördern, arbeitet das Kinderhaus mit den örtlichen Bildungseinrichtungen und sozialen Einrichtungen (Runder Tisch Brebach) sowie der Jugendhilfeplanung und dem sozialen Dienst des Jugendamtes des Regionalverbandes Saarbrücken zusammen. Mithilfe dieser Vernetzungsmaßnahmen soll langfristig eine abgestimmte „Präventionskette“ im Quartier aufgebaut werden, die ineinander greifend für Kinder vom Babyalter bis Jugendalter adäquate Ansprechpartner und Angebote bereithält.
Grundidee / Ziele
Immer mehr junge Menschen werden zu Fällen der Jugendhilfe weil Kinder und Jugendliche in ihren Familien nicht die nötigen Möglichkeiten erfahren, sich zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten zu entwickeln. Ziel des Projektes „Freiraum für Prävention“ ist es, diese Entwicklungen frühzeitig zu stoppen und negativen Auswirkungen vorzubeugen. Im Vordergrund steht somit Prävention statt Intervention. Insbesondere arme Familien sind von diesen Problemen betroffen, da ihnen häufig aufgrund der materiellen Unterversorgung und der Folgewirkungen die nötigen sozialen, gesundheitlichen, kulturellen und Bildungs-Ressourcen fehlen, um diesen Problemen begegnen zu können. Deshalb sollen sie verstärkt mit diesem Projekt gefördert werden. Dabei sollen vorhandene persönliche, institutionelle und im Sozialraum bestehende Ressourcen aufgegriffen und mit der Lebenswelt der Familien verknüpft werden.

Kindergruppe vor dem Theater
Wer soll profitieren?
Die Zielgruppe sind – vor allem benachteiligte – Kinder (6 bis 14 Jahre) und deren Familien im Saarbrücker Stadtteil Brebach. In Brebach leben viele Familien mit geringem Einkommen und einem niedrigen Bildungsstand. Ein Drittel der Familien hat eine Migrationsgeschichte.
Trägerschaft und Kooperation
Träger des Kinderhauses Brebach ist das Diakonische Werk an der Saar gGmbH. Es findet eine enge Zusammenarbeit zwischen der Jugendhilfeplanung des Regionalverbandes Saarbrücken und dem Träger statt. So gibt es z.B. ein Präventionsteam, in dem die Mitarbeitenden des Sozialen Dienstes und des Diakonischen Werkes zusammen arbeiten. Aufgabe des Präventionsteam ist es, bei potentiellen Fällen, in denen Hilfen zur Erziehung zu erwarten sind, möglichst frühzeitig Unterstützungsangebote zu geben, um Jugendhilfefälle zu vermeiden.
Wer macht es?
Im Projekt arbeiten eine Erziehungswissenschaftlerin und eine Innenarchitektin, die über eine Beschäftigungsmaßnahme tätig ist. Daneben führen Honorarkräfte spezielle Angebote z. B. zur Gesundheitsförderung, zur Konfliktbewältigung u. ä. gemeinsam mit den Kindern und Eltern durch.
Was wird benötigt?
Voraussichtlich im Frühsommer bezieht das Kinderhaus, das bis dahin noch in den Räumlichkeiten der Gemeinwesenarbeit untergebracht ist, eigene Räume in einer ehemaligen türkischen Bäckerei. Spenden jeglicher Art werden für die Räume, aber auch für pädagogische Angebote für die Kinder und Familien benötigt.
Woher kommt das Geld?
Finanziert wird das Kinderhaus Brebach durch den Regionalverband Saarbrücken, Diakonisches Werk sowie durch Einzelspenden.
Wie machen Sie Ihr Angebot bekannt?
Durch die Ankopplung an die bereits seit vielen Jahren bestehende Gemeinwesenarbeit des BürgerInnenzentrums Brebach konnten viele Kinder und Eltern persönlich angesprochen und zur Teilnahme motiviert werden. Zusätzlich stellen die Mitarbeiterinnen das Projekt bei verschiedenen Einrichtungen vor und die Mitarbeiter des Jugendamtes empfehlen es weiter. Zunehmend spricht sich das neue Angebot unter den Kindern und Eltern herum.
Was bringt es?
Innerhalb kürzester Zeit konnten bereits über 50 Kinder und zum Teil auch deren Familien erreicht werden. Bisher gab es für die Altersgruppe der 6- bis 14-jährigen Kinder im Stadtteil kaum freizeitpädagogische Angebote. Mit dem Kinderhaus haben die Kinder nun eine eigene Anlaufstelle mit Platz zum Spielen, Toben und einem offenem Ohr für die kleinen und großen Probleme. Eltern verfügen über ein niederschwellige Hilfsangebot bei Fragen und Problemen der Erziehung. Durch den präventiven Ansatz des Projektes sollen Probleme frühzeitig erkannt und angegangen werden. Das Projekt ist zunächst bis Ende 2009 befristet. An einer Fortsetzung wird gearbeitet.
Weitere Informationen
Das Kinderhaus Brebach ist Teil des Programms „Freiraum für Prävention – Ein Jugendhilfeprojekt zur Vorbeugung gegen Kinderarmut“, das noch an drei weiteren Standorten im Regionalverband Saarbrücken angesiedelt ist. Neben dem Diakonischen Werk an der Saar (Brebach und Malstatt) sind der Caritasverband (gemeinsam mit dem Diakonischen Werk) in Völklingen und die Paritätische Gesellschaft für Gemeinwesenarbeit (Alt-Saarbrücken) als Träger beteiligt. Fachlich begleitet wird das Programm durch das iSPO –Institut (Institut für Sozialforschung, Praxisberatung und Organisationsentwicklung) für Sozialforschung in Saarbrücken.
Ansprechpartner
Kinderhaus Brebach – „Freiraum für Prävention“
Maria Albrecht
Saarbrücker Straße 62
66130 Saarbrücken
06 81 / 8 77 64
m.albrecht@quarternet.de
Material zum Herunterladen
- Sachstandsbericht des Modellprojektes "Freiraum für Prävention - ein Jugendhilfeprojekt zur Vorbeugung gegen Kinderarmut" (Januar bis Dezember 2007)
- PDF-Dokument des Berichtes zum Herunterladen
Sachstandsbericht_Modellprojekt_2007.pdf