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Chancenreich gegen Kinderarmut

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Projekte

"Eine normale Gemeinde kommt zur Diakonie" - Waldbröl

Was wird gemacht?

Aus der Not geboren oder auch als Antwort des Glaubens auf die örtlichen Herausforderungen, haben sich in der Kirchengemeinde Waldbröl in den zurückliegenden Jahren viele sozial-diakonische Projekte entwickelt, um der vorhandenen Kinderarmut ganzheitlich entgegen zu wirken: Sozialkaufhaus, Job-Service und Vermittlung von Arbeitsgelegenheiten, Offene Ganztagsgrundschulen, 13plus-Agebot bzw. Offener Jugendtreff, Integrationsprojekte für Zugewanderte, Familienzentrum und die Tafel für Oberberg Süd (versorgt wöchentlich ca. 1000 Personen). Das Gesamtangebot an Projekten zeigt wie eine Gemeinde den Versuch wahrnimmt, Kinderarmut in ihrer Komplexität auf verschiedenen Ebenen zu bekämpfen.

Grundidee / Ziele

Die Stadt Waldbröl ist die Kommune des Oberbergischen Kreises mit den größten sozialen Problemen, u. a. mit der höchsten Arbeitslosenquote, einem großen prozentualen Anteil an Zuwanderern und der größten Kriminalitätsrate. Davon betroffen sind zunehmend Familien mit Kindern bzw. Alleinerziehende. Als eine Kirchengemeinde, die sich dem Evangelium verpflichtet sieht und eine lebendige und vielfältige Gemeindearbeit bietet, durfte an den Anforderungen des Gemeinwesens nicht vorbei gesehen werden.

Wer soll profitieren?

Es sollen alle diejenigen profitieren, die sozial benachteiligt sind, weil eines der vielfältigen sozialen Probleme vorliegt. In den zurückliegenden Jahren hat sich der Focus zunehmend auf Familien, Alleinerziehende und Kinder gerichtet, wobei es nicht mehr nur Personen mit Migrationshintergrund sind, die unser Hilfsangebot wahrnehmen. Die Hilfebedürftigen finden sowohl niedrigschwellige Angebote als auch professionelle Beratung. Wenn die Gemeinde selbst etwas nicht leisten kann, dann wird im Rahmen des Netzwerkes weiter vermittelt, in dem gearbeitet wird.

Trägerschaft und Kooperation

Die Trägerschaft der benannten Projekte liegt allein bei der Ev. Kirchengemeinde Waldbröl. Es wird allerdings in einem engmaschigen Netzwerk gearbeitet, in dem sowohl kirchliche als auch nicht-kirchliche Organisationen und die Stadt Waldbröl miteinander verwoben sind.

Wer macht es?

Die Arbeit wird in Teamarbeit von über 20 Angestellten und ca. 100 Ehrenamtlichen gestemmt. Das ist eine bemerkenswerte Leistung für eine einzelne Kirchengemeinde (ca. 8000 Mitglieder).

Was wird benötigt?

Ein solch differenziertes sozial-diakonisches Angebot muss wachsen. Es kann nicht aus dem Boden gestampft werden. Es wurde mit dem begonnen, was die Situation gerade hergab. Das waren zunächst ABM-Stellen, dann wurden Räumlichkeiten gefunden, weitere Zuschussgeber usw. In dem Maße, in dem das öffentliche Interesse wuchs, wuchs auch die Anzahl derer, die bereit waren sich ehrenamtlich einzubringen. Ansonsten ist es sehr schwierig zu beschreiben, wie solch ein Gerüst aufzustellen und umzusetzen ist. Am besten werden die Ansprechpartner kontaktiert.

Woher kommt das Geld?

Dort, wo es Zuschüsse der öffentlichen Hand bzw. der Kassen gibt (Familienzentrum, OGS, Job-Service), werden diese natürlich gerne in Anspruch genommen. Einiges wird selbst erwirtschaftet (Sozialkaufhaus). Weitestgehend sind die Angebote aber auf Spenden und Zuschüsse angewiesen, da der gemeindliche Haushalt aufgrund der kirchlichen Sparmaßnahmen keine Mittel zur Verfügung stellen kann.

Wie machen Sie Ihr Angebot bekannt?

Es werden alle Kanäle der Presse, des Radios und z.T. des Internets genutzt, um auf die Angebote aufmerksam zu machen. Da die Kapazitäten allerdings durch die Arbeit gebunden sind, wird über wenige Ressourcen für eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit verfügt. Jedoch finden oft diejenigen, die brauchen, selbst die nötigen Angebote.

Was bringt es?

Die Angebote bringen nicht nur ganz konkrete Hilfe für diejenigen, die Hilfe benötigen. Die Kirchengemeinde hat auch festgestellt, dass das ‚Image‘ als Kirchengemeinde mit dem diakonischen Angebot, in der Öffentlichkeit positiv gewachsen ist. Menschen melden zurück, dass sie es als äußerst bemerkenswert finden, dass die Gemeinde nicht nur eine Kirche des Wortes, sondern auch der Tat ist. Außerdem macht es den beteiligten Ehrenamtlichen sehr viel Freude, in den unterschiedlichsten Projekten mitzuarbeiten. Sie erleben dies als Sinn stiftend. Die vielen verschiedenen Angebote zeigen, dass es sehr gut möglich ist, als eine einzige Kirchengemeine Kinderarmut in ihren verschiedenen Facetten zu begegnen und verschiedene Angebote in ihrer Umgebung  zu initiieren, die sich nach den Bedürfnissen der Betroffenen vor Ort richten.


Ansprechpartner

Evangelische Kirchengemeinde Waldbröl
Pfarrer Jochen Gran
Wiedenhof 14
51545 Waldbröl
Telefon 02291 921430
Mobil 01752449831
Telefax 02291 4205

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