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Projekte

Projekt Raiffeisenring – Jugendliche mit Migrationshintergrund integrieren - Neuwied

Was wird gemacht?

Das Diakonische Werk begann im Oktober 2008 mit der aufsuchenden Jugendsozialarbeit im Raiffeisenring in Neuwied. Ziel des Projektes ist die Integration von sozial desintegrierten Jugendlichen mit Migrationshintergrund durch eine Kombination von aufsuchender Jugend- und Familienarbeit und der Nutzung von fachlichen Ressourcen örtlicher Netzwerkpartner, unter besonderer Berücksichtigung von Institutionen der beruflichen Bildung. Zwei Mitarbeitende des Diakonischen Werkes nehmen im Bereich des Raiffeisenrings – sowohl an der Raiffeisenschule als auch auf Straßen und Plätzen -Kontakt zu den Jugendlichen auf, führten Gespräche über jugendrelevante Themen und weisen auf Freizeitangebote für Jugendliche hin. 

Grundidee / Ziele

Eine Situationsanalyse des Raiffeisenringes war ausschlaggebend für den Start dieses Projektes. Der Raiffeisenring ist ein Stadtteil mit besonderem  Erneuerungsbedarf. Die Besonderheit des Raiffeisenrings ist, dass die Wohnblocks innen liegen und die Einfamilienhäuser sich außen befinden. Er wurde als Bundesbauprojekt für Kosten sparenden Wohnungsbau entwickelt. Durch den Zuzug von Spätaussiedlern hat sich das Gesicht des Stadtteils verändert. Dieser Wohnungsbau verstärkt die sozialen Schwierigkeiten im Raiffeisenring. Es gibt kaum Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Daher verbringen die Jugendlichen ihre Freizeit mit organisiertem Nichtstun in der Clique auf den Bänken der angrenzenden Wohnhäuser. Es leben viele Jugendliche im Stadtteil, die sich nur schwer an Organisationen und Vereine anbinden lassen. Häufig verbringen gerade diese Jugendlichen ihre Freizeit an informellen Orten. In der Öffentlichkeit führt diese ungeregelte Freizeitgestaltung vermehrt zum auffälligen Verhalten mit Potential zu Auseinandersetzungen. In ihrer bisherigen Kindheit und Jugend hatten diese Jugendlichen kaum Möglichkeit, Interessen auszubilden und wissen daher oft nicht ihre Freizeit anders zu nutzen.

40% der Menschen die in diesem Teil der Stadt leben, haben einen Migrationshintergrund und sind in besonderem Maße von Armut und Arbeitslosigkeit bedroht. Zu beobachten ist ein wachsendes Konfliktpotential und der vermehrte Konsum von Alkohol und Drogen. In diesem Stadtteil gab es bislang kein Integrationsprojekt.

Wer soll profitieren?

Durch verschiedene Angebote werden die Interessen und Bedürfnisse junger Menschen angesprochen und ihnen Raum gegeben, ihre Erlebnisse und Erfahrungen zu verarbeiten (z. B. Alkohol, Drogen, plurale Sinn- und Lebensentwürfe, berufliche Perspektiven, Familie, Beziehung, ökologische Krise, Umgang mit fremden Kulturen, Umgang mit alten Menschen, soziale Probleme etc.) Durch die Schaffung der Angebote leisten wir einen Beitrag zum Abbau von Sprachbarrieren, kulturellen Vorbehalten und zur Gewalt- und Suchtprävention. Zudem werden die Jugendlichen im Alltag individuell unterstützt und begleitet, was das eigentliche Ziel des Projektes ist: mit den Jugendlichen soll eine Vertrauensbasis aufgebaut werden, um  Perspektiven und Lebensentwürfe aufzuzeigen und Hinweise und Hilfestellung bei der Umsetzung zu geben.

Trägerschaft und Kooperation

Das Diakonische Werk Neuwied ist Träger des Projektes. Es findet eine enge Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendbüro der Stadt Neuwied, der Schulsozialarbeit, AWO Neuwied und der Sportjugend Rhein-Land-Pfalz statt.

Wer macht es?

Im Projekt arbeiten eine Dipl.- Pädagogin und eine Dipl.- Sozialarbeiterin.

Was wird benötigt?

Um Angebote im nahen Lebensumfeld der Jugendlichen anbieten zu können, bedarf es einer engen Zusammenarbeit mit der Stadt Neuwied, damit die im Raiffeisenring vorhandenen Hallen für die Sportnächte oder Schulräume für sozialpädagogische Gruppenangebote genutzt werden können. Zudem ist zeitnah die Einrichtung eines offenen Jugendtreffs im Lebensumfeld der Jugendlichen geplant. Hierfür wurden Räume in der Raiffeisenschule beantragt und genehmigt, so dass dieses Angebot bald umgesetzt werden kann.

Woher kommt das Geld?

Das Projekt wird durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert. Der Träger beteiligt sich mit Eigenmitteln in Höhe von 15% an dem Projekt.

Wie machen Sie Ihr Angebot bekannt?

Die erste Phase des Projektes war durch den Aufbau eines institutionellen Netzwerkes gekennzeichnet. Daher wurde das Projekt allen Kontaktpartnern ausführlich vorgestellt. Zudem stehen unsere regelmäßigen Angebote im Freizeitplaner der Stadt Neuwied online. Die Jugendlichen werden über die  Angebote durch Flyer in ihrem Lebensumfeld informiert. Anstehende Angebote und Maßnahmen werden auch von der Rhein – Zeitung Neuwied veröffentlicht. Zusätzlich fanden bisher zwei Runde Tische statt.

Was bringt es?

Wir bieten im Raiffeisenring einen offenen Sporttreff an. Hier besteht eine Begegnungswelt zwischen Einheimischen, Aussiedlern und Ausländern. Zudem haben die Jugendlichen hier die Möglichkeit erste Interessen auszubilden, da neben verschieden Ballsportarten auch Vereine motiviert werden, Trainingseinheiten durchzuführen. Der Sporttreff im Raiffeisenring soll sich als eine unverbindliche, attraktive Alternative der Freizeitgestaltung etablieren.

Zusätzlich haben wir im Raiffeisenring  eine 1. Interkulturelle Sportnacht durchgeführt. Hier hatten die Jugendlichen die Möglichkeit sich im Turnier in Fuß- und Basketball zu messen und an Workshops in Judo, Boxen und Hip-Hop zu beteiligen. Die Idee der Sportnacht ging auf das wöchentliche Sportangebot zurück. Zeitnah ist die 2. Interkulturelle Sportnacht geplant. Somit stellt unser Sporttreff und die Interkulturellen Sportnächte eine sportlich-interkulturelle Begegnungswelt dar, mit dem Ziel, Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund für eine gemeinsame Freizeitgestaltung anzusprechen. Durch die Aktionstage haben die Mitarbeitenden Kontakt zu den Familien hergestellt. Langsam wächst eine Vertrauensbasis.

Weitere Informationen

Neben der Planung und Durchführung von Angeboten und Maßnahmen, werden auch örtliche Angebote des städtischen Jugendamtes Neuwied oder der Aufsuchende Jugendarbeit Caritas mitgestaltet und gemeinsam durchgeführt. Im Rahmen einer in Neuwied etablierten Mädchenprojektwoche des Kinder- und Jugendbüros wurde ein Angebot auf die Bedürfnisse der im Raiffeisenring lebenden Mädchen gestaltet und  durchführt. Die Arbeit ist am Bedarf und den Ressourcen des Sozialraumes orientiert, langfristig geplant und gemeinsam vorbereitet.

In Kürze ist die Errichtung eines offenen Jugendtreffs geplant, da der bisherige  Treff der Ev. Friedenskirchengemeinde wegen einer Erweiterung des Kindergartens geschlossen werden musste. So sind die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung außerhalb der informellen Orte entfallen. Um eine Verschärfung der Problematik der auffälligen Jugendlichen zu verhindern, ist ein durch Fachkräfte betreuter Treff erforderlich. Der Jugendtreff soll das soziale Handeln der Jugendlichen fördern.

Ansprechpartner

Diakonisches Werk Neuwied
Rheinstr. 69
56564 Neuwied

Violetta Borczon     
Tel.: 02631/3922-63
borczon@diakonie-neuwied.de

Stephanie Arbeiter  
Tel.: 02631/3922-62
arbeiter@diakonie-neuwied.de

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