13. Dezember 2011
Beteiligung am Fonds für ehemalige Heimkinder - Arbeitsminister Schneider sichert den Erhalt der Standards in der Behindertenhilfe zu
Hauptversammlung des Diakonischen Werkes Westfalen tagte in Münster

Günther Barenhoff, Vorstand des Diakonischen Werkes Westfalen und der Diakonie RWL
Die Diakonie in Nordrhein-Westfalen beteiligt sich am staatlichen Fonds für die Betroffenen der Heimerziehung der 50er und 60er Jahre. Einen entsprechenden Beschluss fasste am Montag, 12. Dezember 2011, die Hauptversammlung des Diakonischen Werkes Westfalen in Münster.
"Wir übernehmen damit Verantwortung für das Leid, das zahlreiche ehemalige Heimkinder in unseren Einrichtungen erfahren mussten", so Günther Barenhoff. Barenhoff ist als Vorstand des Diakonischen Werkes Westfalen auch Vorstand der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Von dem Gesamtbetrag von 120 Millionen Euro für Unterstützungsleistungen, Hilfen und Rentenausgleichszahlungen kommen aus dem Bereich der westfälische Diakonie mehr als 710.000 Euro. Aus dem Bereich der rheinischen Diakonie, wo es einen gleichlautenden Beschluss gibt, entfallen nach einem entsprechenden Umlageschlüssel über eine Million Euro. Sowohl die Mitgliedseinrichtungen als auch die Landesverbände beteiligen sich an dieser Umlage. Regionale Anlaufstellen werden ab dem 1. Januar 2012 den Fonds verwalten.

Pastor Günther Barenhoff, Jürgen Dittrich, Präses Dr. h.c. Alfred Buß, Minister Guntram Schneider
Keine Absenkung der Standards in der Behindertenhilfe
Guntram Schneider, Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, dankte der Diakonie und der Freien Wohlfahrtspflege für die gute Zusammenarbeit. Der Minister sicherte zu, dass es keine Absenkung der Standards in der Behindertenhilfe geben werde. "Es wird mit uns keine Verschlechterung bei den Leistungen für Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen geben", versprach Minister Schneider. Inklusion sei ein Prozess, ein langfristiges und sensibles Vorhaben, in manchem eine Art Kulturrevolution: "Hier hat Sorgfalt Vorrang vor Geschwindigkeit", betonte der Sozialminister.
Für die 150 000 Langzeitarbeitslosen, die nicht in den Ersten Arbeitsmarkt integriert werden können, sicherte er zu, am Programm "Sozialer Arbeitsmarkt" festzuhalten. Im Blick auf die Bekämpfung der Kinderarmut warb Schneider bei der Diakonie um Mitwirkung bei der Weiterentwicklung des Bildungs- und Teilhabegesetzes. Das neue Teilhabe- und Integrationsgesetz des Landes, das Anfang 2012 verabschiedet werden soll, biete mit den geplanten kommunalen Integrationszentren und weiteren Maßnahmen viele Chancen, interkulturelle Öffnung weiterzuentwickeln.
Weitere Informationen
- Bericht zur Hauptversammlung 2011
- Vorstand Pastor Günther Barenhoff