22. September 2011
Netzwerke aufbauen und die Bevölkerung sensibilisieren
Vertreterinnen diakonischer Frauenhäuser im Gespräch mit Kolleginnen rumänischer Frauenhäuser

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des deutsch - rumänischen Workshops mit Vertretern der öffentlichen Organisationen
"Hilfe für Frauen und Kinder, die in einem von Gewalt geprägten Umfeld leben" - Das ist der Titel eines Workshops, der vom 5. bis 9. September 2011 in der Evangelischen Akademie Siebenbürgen in Hermannstadt/Sibiu stattfand. Auf dem Workshop sollten Wege zur nachhaltigen Entwicklung von Schutzhäusern für Kinder und Frauen in Siebenbürgen gesucht werden.
Der Workshop ist einer der sogenannten "Starterworkshops", die von der Aktion Mensch finanziert werden. "Die Gespräche und Analysen auf dem Workshop ergaben, dass der Aufbau eines Netzwerkes unter den Frauenhäusern der Region Siebenbürgen das vorrangige Ziel sein muss", so Hiltrud Wegehaupt-Schlund, Referentin bei der Diakonie RWL und eine der Initiatorinnen der Workshops. Diese Aufgabe solle entsprechend in der weiteren deutsch-rumänischen Zusammenarbeit als erstes in Angriff genommen werden. Bislang gibt es keine staatliche oder nichtstaatliche Organisation, die einen fachlichen Austausch fördert oder unterstützt. Neben dem fachlichen und kollegialen Austausch soll auch eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit der Frauenhäuser aufgebaut werden. "Der rumänischen Öffentlichkeit sind Frauenhäuser bislang wenig bekannt" erklärt Hiltrud Wegehaupt-Schlund. Für die Bekämpfung häuslicher Gewalt gebe es noch zu wenig Sensibilität in der Politik, aber auch in der Öffentlichkeit. Deshalb sollen mit Hilfe des Netzwerks öffentliche Aktionen zur Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung zum Thema "häusliche Gewalt" stattfinden. Außerdem werde sich das Netzwerk für eine Verbesserung in der Gesetzgebung und in der konkreten Umsetzung der Gesetze einsetzen", so Wegehaupt-Schlund.
Organisatorinnen und Beteiligte
Organisiert wurde das deutsch-rumänische Projekt vom Frauenverein Hermannstadt mit seiner Leiterin Cristine Mates und der zuständigen Referentin bei der Diakonie RWL, Hiltrud Wegehaupt-Schlund.
Zu den Teilnehmenden des Workshops gehörten Kolleginnen des Frauenvereines Hermannstadt, Mitarbeiterinnen aus drei weiteren Frauenhäusern in Siebenbürgen sowie die Leiterinnen der Diakonischen Frauenhäuser in Duisburg und Aachen, Christine Trenz und Renate Wallraff sowie Cläre Randerath, die ehemalige Leiterin des Frauenhauses Duisburg, die sich als Ruheständlerin für das Projekt engagiert. Mit dabei war auch Friedhelm Buckert als Vertreter des Arbeitskreises Rumänien des Europabüros der Diakonie in Brüssel.
Im Rahmen des Workshops fanden bereits erste Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der öffentlichen Kooperationspartner statt. Neben Vertretern der Diakonie Hermannstadt waren auch Abgeordnete des Stadtrates Hermannstadt, Vertreter der Abteilung für Sozialassistenz des Bürgermeisteramtes Hermannstadt und Vertreter des Polizeiinspektorats des Kreises Hermannstadt und der Bürgerpolizei im Kreis Mures an diesen Gesprächen beteiligt.
Dieser erste Ansatz einer Zusammenarbeit im Rahmen eines "Runden Tisches Gewalt" soll in Zukunft intensiviert werden. Ein noch zu beantragendes Projekt der Aktion Mensch soll diese Entwicklung unterstützen.