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30. März 2012

Das Bildungs- und Teilhabepaket ist bei zu vielen Kindern nicht angekommen

Die Diakonie RWL beklagt einen hohen formalen Aufwand und kritisiert besonders die Benachteiligung von Flüchtlingskindern

Porträtfoto von Nikolaus Immer

Nikolaus Immer
Geschäftsbereichsleitung Soziales und Integration, Diakonie RWL

„Das Bildungs- und Teilhabepaket ist bei zu vielen Kindern und Jugendlichen noch nicht angekommen“, so Nikolaus Immer, Geschäftsbereichsleiter für Soziales und Integration bei der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Dies zeigten Erfahrungen diakonischer Einrichtungen – von Kindertagesstätten über die Träger der offenen Ganztagsschule bis hin zu Beratungsstellen –, die sich von Anfang an bereit erklärt hatten, an der Umsetzung des Paketes mitzuwirken.

Laut Immer benennen diakonischer Träger, die – anders als die Kommunen – keine Finanzierung ihres Aufwands erhalten, immer wieder folgende Aspekte als erschwerend für eine Umsetzung des Paketes: Bürokratische Hürden, ein hoher formaler Aufwand sowie eine sehr unterschiedliche Praxis bei den Kommunen. „In vielen Fällen ist eine direkte Förderung der Einrichtungen wirksamer und effektiver als die jetzige Form individueller Bezuschussung auf Antrag hin.“, so Nikolaus Immer.

Aus Sicht der Diakonie besonders gelungen ist die Förderung der Schulsozialarbeit. Gerade dieser Baustein des Bildungs- und Teilhabepakets steht aber zur Disposition. „Dass der Bund Ende 2013 aus der Finanzierung aussteigen und das Thema wieder Land und Kommunen überlassen will, wollen wir so nicht akzeptieren.“ Mit Verweis auf die klammen Kassen von Land und Kommunen fordert Immer hier eine nachhaltige Finanzierung durch den Bund.

Nicht nachvollziehbar ist aus Sicht der Diakonie die Benachteiligung von Flüchtlingskindern: "Das Kindeswohl ist unteilbar“, so Nikolaus Immer. Deshalb sei es umso unverständlicher, dass der Bund bis heute das Bildung- und Teilhabepaket für Kinder von Flüchtlingen nicht geöffnet hat. So leisten manche Kommunen dies freiwillig und belasten damit ihren ohnehin angespannten Haushalt, während anderswo die Flüchtlinge leer ausgehen. „Hier muss dringend nachgebessert werden“, so Immer.

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