Ausbildung mit Qualität
Fachseminare für Altenpflege erhalten Zertifikate
Ulrich Christofczik
Die Ausbildung zur Altenpflege hat in den Fachschulen und Seminaren der Diakonie RWL eine hervorragende Qualität. Das beweist die Rezertifizierung von rund zwei Dutzend Fachseminaren. Bei einer Feierstunde wurde der weitere Ausbau des Ausbildungsangebots und mehr diakonisches Profil gefordert.
Die Qualitätsentwicklung hat bei evangelischen Fachseminaren für Altenpflege Tradition. Von Anfang an war es wichtig, die Ausbildung perspektivisch an den wachsenden und sich wandelnden Anforderungen der Pflege und Betreuung auszurichten. Die erste gemeinsame Arbeit zur systematischen Entwicklung von Qualität mündete in der Entwicklung eines Rahmenhandbuchs zum Qualitätsmanagement im Jahr 2001. Mit der Einführung des Bundesaltenpflegegesetzes im Sommer 2003 wurden umwälzend neue Anforderungen an die Ausbildung gestellt. Eine Zertifizierung der Arbeit wurde notwendig. Im April 2007 wurden 18 Fachseminare zertifiziert. Unterdessen sind 23 Seminare im Zertifizierungsverbund (AG ZEF) zusammengeschlossen. Dieser Qualitätsverbund ist bislang einzigartig, denn es gibt weder bei anderen Verbänden noch in anderen Bundesländern ein vergleichbares Projekt von Bildungseinrichtungen. Die gemeinsame Qualitätsarbeit macht evangelische Fachseminare stark, effizient und zukunftsorientiert.
Strahlende Gesichter nach der Zertifikatsvergabe, (auf das Foto klicken zum Vergrößern) Fotos: Diakonie RWL
Mehr Ausbildungsplätze in der Pflege
Bei der Überreichung der Zertifikatsurkunden würdigte Ulrich Christofczik, Geschäftsbereichsleiter der Diakonie RWL, die Arbeit der Einrichtungen. Zeigte aber auch auf, wo es noch Entwicklungsbedarf gibt: „Wünschenswert ist sicherlich eine stärkere Profilierung diakonischer Ausbildung und ihre Integration in die Personalentwicklung der Ausbildungsträger. Hier müssen wir sehr darauf achten, dass Kostendruck, dass Arbeitsverdichtung nicht weiter zur Absenkung der Qualitätsstandards in der praktischen An- und Begleitung von Auszubildenden führt.“ Es reiche aber nicht, nur auf Qualität zu setzen, der steigende Bedarf von Arbeitskräften in der Pflege erfordere mehr: „Neben der qualitativen Weiterentwicklung der evangelischen Altenpflegeausbildung muss sie auch quantitativ ausgebaut werden, um dem steigenden Pflege- und Betreuungsbedarf bei heute schon deutlich sichtbaren Engpässen im Fachkräfteangebot entgegenzuwirken.“
Standards und Rahmencurriculum
Die Fachschulen müssen bestimmte Standards erfüllen, um die Zertifizierung zu erhalten. Zum Beispiel Standards zur Pflege von Kooperationspartnern, Erhebung der Zufriedenheit von Schülern, Mitarbeitenden und Praxisanleitungen, Einarbeitung von neuen Mitarbeitenden in der Verwaltung und von pädagogischen Mitarbeitenden, Arbeitssicherheit, zum Mitarbeiterentwicklungsgespräch, zu den internen kollegialen Audits, zum Leitungsaudit. Ein besonderes Highlight ist das von der AG ZEF entwickelte Rahmencurriculum für evangelische Fachseminare, das den einzelnen Fachseminaren Orientierung und Anleitung bei der curricularen eigenen Arbeit bietet.