Mehr Informationen über den Beruf der Heilerziehungshelferin/des Heilerziehungshelfers
Heilerziehungshelferinnen und Heilerziehungshelfer sind sozialpädagogisch und pflegerisch ausgebildete Mitarbeitende der Behindertenhilfe. Die Berufsausbildung zur/zum staatlich geprüften Heilerziehungshelfer/in orientiert sich in Theorie und Praxis an den Anforderungen des alltäglichen Lebens der Menschen mit Behinderung. Die Schülerinnen und Schüler lernen wesentliche Aspekte der praktischen Arbeit kennen und wenden diese während der Praxisphasen unter Anleitung an. Gleichzeitig können die Absolventinnen und Absolventen die Fachoberschulreife und die Berechtigung zum Besuch einer Fachschule für Heilerziehungspflege mit der Möglichkeit zur Fachhochschulereife erwerben.
Die professionelle Heilerziehungshilfe soll Menschen mit Behinderungen Schutz, Pflege, Lebensbegleitung und Beratung geben, damit sie ihre Fähigkeiten entfalten und ein möglichst selbstbestimmtes und sinnerfülltes Leben führen können. Dazu gehört, je nach Unterstützungsbedarf des Einzelnen, die Sorge für Bekleidung, Ernährung, Hygiene ebenso wie die individuelle Förderung zur Stärkung der Eigenständigkeit und des Leistungsvermögens. Auch die aktive Freizeitgestaltung und die Unterstützung bei der sozialen und beruflichen Integration gehören zum vielseitigen Aufgabenbereich der Heilerziehungshelferinnen und Heilerziehungshelfer.
Die Ausbildungsschwerpunkte sind Lernfeldunterricht unter den Aspekten der heilerzieherischen Aufgaben und Institutionen, der assistierenden Begleitung, heilerzieherischen Konzepte und der professionellen Zusammenarbeit. Berufsübergreifender Fächerunterricht in Deutsch/Kommunikation, Religionslehre, Sport/Gesundheitslehre und Politik/Gesellschaftslehre. Für die Fachoberschulreife sind die Fächer Mathematik und Englisch verpflichtend sowie die Praxiselemente in einer Einrichtung der Behindertenarbeit unter Anleitung.
Zugangsvoraussetzungen
Die Voraussetzungen für den Zugang zum Ausbildungsgang "staatlich geprüfte/r Heilerziehungshelfer/in" sind:
- mindestens der Hauptschulabschluss,
- gesundheitliche Eignung sowie
- seelische und körperliche Belastbarkeit.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert zwei Jahre, die sich in schulische und fachpraktische Bereiche ausdifferenziert. Während der Ausbildung kann die Fachoberschulreife erworben werden. Die Ausbildung zur Heilerziehungshelferin oder zum Heilerziehungshelfer eignet sich als berufliche Grundbildung bzw. Erstausbildung oder für Berufswechsler, die sich für die Arbeitsfelder der Eingliederungshilfe qualifizieren möchten.
Wo findet die Ausbildung statt?
An folgenden Berufskollegs mit dem Fachbereich Sozialwesen findet die Ausbildung statt:
- Ev. Berufskolleg der Bergischen Diakonie Aprath, Fachoberschule, Fachrichtung Sozial- und Gesundheitswesen in Wuppertal,
- Ev. Berufskolleg Bethel, Fachschule für Sozialpädagogik in Bielefeld,
- Berufskolleg Ev. Johanneswerk e.V. in Bochum,
- Berufskolleg der Stiftung Eben-Ezer, Fachschule für Heilpädagogik in Lemgo,
- Wittekindshof Diakonische Stiftung, Berufskolleg in Bad Oeynhausen,
- Bildungszentrum kreuznacher diakonie, Fachschule für Sozialwesen in Bad Kreuznach.
Die vollständigen Adressen der evangelischen Berufskollegs im Bereich der Diakonie RWL finden Sie am Ende des Textes.
Entwicklungsperspektiven und Qualifizierungsoptionen
Als Heilerziehungshelferin oder Heilerziehungshelfer besteht die Möglichkeit, sich in den Stand einer Heilerziehungspflegerin oder eines Heilerziehungspflegers zu qualifizieren. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich über Fortbildungsangebote auf spezifische Themen der Heilerziehungspflege zu spezialisieren.