Mehr Informationen über den Beruf der Gesundheits- und Krankenpflegerin/des Gesundheits- und Krankenpflegers
Die Aufgabenschwerpunkte werden gegliedert in eigenverantwortliche Aufgaben (u. a. die geplante, fachgerecht durchgeführte Pflege), mitwirkende Aufgaben (z. B. in der Diagnostik, der Therapie und Rehabilitation), Aufgaben, die interdisziplinär mit anderen Berufsgruppen gemeinsam bearbeitet werden, wie beispielsweise die Entwicklung von berufsübergreifenden Lösungen von Gesundheitsproblemen. Die wichtigste Aufgabe ist die unmittelbare, kompetente Betreuung von Patienten. Im Einzelnen heißt das z. B. Gesunde und Kranke zu motivieren und dabei zu unterstützen ihre Gesundheit zu erhalten bzw. wiederzuerlangen, Angehörige von Patienten und Pflegebedürftigen fachkompetent zu beraten und anzuleiten, an der Weiterentwicklung und Verbesserung von Pflegemethoden und Pflegetechniken auf der Grundlage neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse zu arbeiten sowie Schülerinnen und Schüler im Pflegeberuf und Assistenzpersonal sach- und fachgerecht anzuleiten. Die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin zum Gesundheits- und Krankenpfleger ist bundesweit einheitlich geregelt und unterliegt dem Gesetz über die Berufe in der Krankenpflege (KrPflG) und der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Berufe in der Krankenpflege (KrPflAPrV vom 10.11.2003) (siehe am Ende des Textes)
Zugangsvoraussetzungen
Die Voraussetzungen für den Zugang zum Ausbildungsgang "staatlich anerkannte/r Gesundheits- und Krankenpfleger/in" sind:
- die gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Berufes und der Realschulabschluss oder eine andere gleichwertige abgeschlossene Schulbildung oder
- den erfolgreichen Abschluss einer sonstigen zehnjährigen allgemeinen Schulausbildung oder
- der Hauptschulabschluss und eine erfolgreich abgeschlossene andere Ausbildung mit einer vorgesehenen Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren oder
- einer Erlaubnis als Krankenpflegehelferin oder Krankenpflegehelfer oder
- einer erfolgreich abgeschlossenen landesrechtlich geregelten Ausbildung von mindestens einjähriger Dauer in der Krankenpflegehilfe oder Altenpflegehilfe.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert drei Jahre.
Wo findet die Ausbildung statt?
Der theoretische und praktische Unterricht (2 100 Unterrichtsstunden) wird an staatlich anerkannten Krankenpflegeschulen vermittelt.
Die praktische Ausbildung findet in Krankenhäusern, Altenheimen, Rehabilitationseinrichtungen sowie ambulanten Pflegeeinrichtungen und anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens (z. B. Gesundheitsbehörden, Hospizen) statt. Im dritten Ausbildungsjahr, in der Differenzierungsphase, vertiefen Gesundheits- und Krankenpfleger/innen ihre Kenntnisse in der Inneren Medizin, der Chirurgie sowie in der Psychiatrie.
Die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin/zum Gesundheits- und Krankenpflege bieten folgenden Institutionen an:
- Gesundheits- und Krankenpflegeschule am Luisenhospital Aachen in Aachen,
- Bildungsstätte für Pflege Rhein-Berg in Bergisch Gladbach,
- Schulen im Johannesstift in Bielefeld,
- Ev. Ausbildungsstätte für Pflegeberufe in Bielefeld,
- Ev. u. Johanniter Bildungs GmbH in Bonn,
- Ausbildungsstätte für Krankenpflege am Lukas-Krankenhaus in Bünde,
- Kaiserswerther Diakonie Kranken- u. Kinderkrankenpflegeschule in Düsseldorf,
- Krankenpflegeschule u. Kinderkrankenpflegeschule am Ev. Krankenhaus Düsseldorf in Düsseldorf,
- Krankenpflegeschule Duisburg e.V. in Duisburg,
- Bildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe in Ennepetal,
- Kliniken Essen-Mitte gGmbH Krankenpflegeschule in Essen,
- Krankenpflegeschule an der Ruhr in Essen,
- KBG Kirchliches Bildungszentrum für Gesundheitsberufe im Revier in Gelsenkirchen,
- Allgemeines Krankenhaus Hagen gGmbH in Hagen,
- Zentrale Ausbildungsstätte für Krankenpflegeberufe in Hattingen,
- Ev. Krankenhausgemeinschaft Herne-Castrop Rauxel gGmbH Zentrale Krankenpflegeschule in Herne,
- Krankenpflegeschule am Ev. Krankenhaus Bethanien Iserlohn gGmbH,
- Ev. Krankenpflegeschule Köln Träger gGmbH in Köln,
- Ausbildungszentrum für Pflegeberufe Ev. Krankenhaus Lippstadt in Lippstadt,
- Staatl. anerkannte Krankenpflegeschule am Ev. Krankenhaus Mettmann GmbH in Mettmann,
- Schulzentrum für Gesundheitsberufe am Niederrhein GmbH in Mönchengladbach,
- Stiftung Krankenhaus Bethanien für die Grafschaft Moers Kranken- u. Kinderkrankenpflegeschule in Moers,
- Ev. Aus-, Fort-, u. Weiterbildungsinstitut am Ev. Krankenhaus Mülheim GmbH in Mülheim,
- Bildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe St. Johannisstift in Paderborn,
- Ev. Stiftung Tannenhof Schule für Gesundheits- u. Krankenpflege in Remscheid,
- Staatl. anerkannte Krankenpflegezentralschule der Diakonie Südwestfalen gGmbH am Jung-Stilling Krankenhaus in Siegen,
- Bildungszentrum Niederrhein Wesel in Wesel und
- Krankenpflegeschule im Diakoniewerk Ruhr in Witten.
Die vollständigen Adressen der evangelischen Gesundheits- und Krankenpflegeschulen im Bereich der Diakonie RWL finden Sie am Ende des Textes.
Entwicklungsperspektiven und Qualifizierungsoptionen
Typische Qualifizierungslehrgänge aus dem Bereich der Anpassungsweiterbildung sind beispielsweise Bobath-Kurse, Kinästhetik, Praxisanleitung, transkulturelle Pflege, EDV-Kurse, Arbeitsorganisation, Hygiene, Kommunikation und Gesprächsführung, Palliative Pflege, Pflegeplanung und -dokumentation, Evaluation oder Validation.
Beispiele für Aufstiegsweiterbildungen sind Fachweiterbildung für Anästhesie und Intensivpflege, Gerontopsychiatrie, häusliche Intensivpflege, Onkologische Pflege, Operationsdienst, Psychiatrie oder zur Hygienefachkraft, Fachkraft zur Leitung einer Funktionseinheit, als Qualitätsmanager im Gesundheitswesen, Auditor und Wundmanager.
Liegt eine den Zulassungsvoraussetzungen entsprechende Fachhochschul- oder Hochschulreife vor, können Pflegefachkräfte eine akademische Aus- und Weiterbildung anstreben. An Fachhochschulen werden Studiengänge im Bereich der Pflegewissenschaften, des Pflegemanagements und der Pflegepädagogik, sowie Gesundheitsmanagement und betriebswirtschaftliche Studiengänge im Gesundheitswesen, Gesundheits- oder Medizininformatik angeboten. Die Studiengänge enden je nach Ausprägung mit dem akademischen Grad des, Bachelors oder Masters, an Universitäten ist die Promotion im Bereich Pflegewissenschaften zum "Dr. rer. cur." (rerum curae) möglich.