Altenpflege: Berufe mit Zukunft
Diakonie macht sich stark für die Ausbildung in der Altenpflege

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Am 12. März endet mit dem "Festival der Altenpflege" in Köln die Fachkampagne "Berufsfeld: Moderne Altenpflege", die das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im September 2008 startete. Auch die Diakonie macht sich für die Ausbildung in der Altenpflege stark. Unter dem Motto "Sag' nicht, wir hätten es dir nicht gesagt" werben Diakonie und Caritas in der Kölner Region seit Ende Januar um Auszubildende. Mit einer Postkartenaktion machen die beiden Wohlfahrtsverbände auf die Internetseite der ökumenischen Ausbildungskampagne aufmerksam. Unter www.sagnichtwirhaettenesdirnichtgesagt.de können sich Interessierte über Pflegeberufe und Träger informieren und sich direkt online um einen Ausbildungsplatz bewerben. Zudem hat das Diakonische Werk der EKD einen Videoclip produziert, der junge Leute auf den Beruf des Altenpflegers aufmerksam machen soll. Der Clip ist in Videoportalen und in einem christlichen Jugend-Fernsehsender zu sehen.
Ausbildungswege in der Altenpflege
Im Bereich der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe (RWL) bilden insgesamt 31 evangelische Fachseminare für Altenpflege nach einheitlichen Qualitätsstandards aus. Die praktische und theoretische Ausbildung sind eng miteinander verzahnt und orientieren sich an aktuellen Erkenntnissen aus Wissenschaft und Forschung. Im vergangenen Jahr bildete die Diakonie in Nordrhein-Westfalen insgesamt 2200 Altenpflegerinnen und Altenpfleger aus. Damit stellte sie mehr als jeden vierten Ausbildungsplatz. Zur gleichen Zeit absolvierten bei der Diakonie in Nordrhein-Westfalen 360 Auszubildende eine Ausbildung zum Altenpflegehelfer.
Ausbildungsgänge
Werkstattjahr
Dauer: 1 Jahr
Zielgruppe: Schulabgänger ohne Schulabschluss
Inhalte: Grundlagen für den Umgang mit alten Menschen
Altenpflegehelfer/in
Dauer: 1 Jahr
Zugangsvoraussetzung: qualifizierter Hauptschulabschluss
Abschluss: staatliche Anerkennung
Altenpfleger/in
Dauer: 3 Jahre
Zugangsvoraussetzung: Fachoberschulreife oder mittlerer Bildungsabschluss
Abschluss: staatliche Anerkennung
Etwa zehn Prozent der Auszubildenden in den evangelischen Fachseminaren der Diakonie RWL sind Menschen mit Migrationshintergrund. Um auch ihnen eine erfolgreiche Ausbildung zu ermöglichen und sprachliche Barrieren abzubauen, bieten die Fachseminare Deutschkurse an oder vermitteln die Auszubildenden in entsprechende Sprachkurse. Noch scheint die Altenpflege eine Frauendomäne zu sein. Etwa 90 Prozent der Auszubildenden in der Altenpflege sind weiblich. Der Anteil der männlichen Auszubildenden nimmt leicht zu.
Trends und Ausrichtungen für die Zukunft
Tendenziell ist ein Rückgang von geeigneten Bewerbern in der Fachausbildung für Altenpflege zu verzeichnen, auch wenn das Interesse an der in NRW noch jungen Altenpflegehelferausbildung zunimmt. Dies sei nach Meinung von Beatrix Halm-Schloesser, Referentin für Altenarbeit mit dem Schwerpunkt Aus-, Fort- und Weiterbildung in der Diakonie RWL, einerseits auf die veränderten Bewerberstrukturen und andererseits auf den demografischen Wandel zurückzuführen. "Die negativen Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Bewerberstrom werden sich in den nächsten fünf Jahren deutlich verstärken", so ihre Einschätzung.
Zudem hat sich das Berufsbild "Altenpflege" in den letzten Jahren stark verändert. Es gibt immer mehr alte Menschen, die mehrfach oder chronisch erkrankt sind oder an Demenz leiden und einen hohen Pflege- und Betreuungsbedarf haben. Dadurch wird die Tätigkeit in der Altenpflege immer anspruchsvoller und das Aufgabengebiet immer komplexer. Neue Pflege- und Betreuungsformen sind entstanden und haben zu einer Veränderung und Ausdifferenzierung der beruflichen Anforderungen geführt.
Diakonie RWL stellt sich den Herausforderungen
Um den wachsenden Herausforderungen gerecht werden zu können, forderte die Diakonie RWL bereits 2004, die klassischen Ausbildungen der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege in eine neue, generalistisch geprägte Pflegeausbildung zu überführen. So ausgebildete Pflegekräfte sollen in der dreijährigen Ausbildung in die Lage versetzt werden, Menschen unabhängig von ihrem Alter und ihrer Erkrankung in allen Einsatzfeldern pflegen und betreuen zu können. Durch die berufsfeldbreiten Einsatzmöglichkeiten und die gewonnene Flexibilität wird der Pflegeberuf attraktiver. Zusätzlich fordert die Diakonie eine Durchlässigkeit im Bildungssystem, d. h. eine Verortung der Pflegeausbildung im Berufskolleg-System, um eine Anbindung an die Hochschulausbildung zu gewährleisten und den Beruf konkurrenzfähig zu anderen Berufen zu machen.
Die Ausbildung soll zukünftig modularisiert sein und den Auszubildenden die Möglichkeit bieten, im Anschluss an die Ausbildung ein weiterführendes Studium zu absolvieren. Sogenannte "credit points", die während der Ausbildung erworben wurden, sollen dabei angerechnet werden und das Studium verkürzen.
Ansprechpartnerin:
Beatrix Halm-Schloesser
Telefon: 0211 6398-325
E-Mail: b.halm-schloesser@diakonie-rwl.de