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Rückblick auf Fachtagung

Über- holen der Norm

Über- holen der Norm: Innovative Architektur- & Milieugestaltungskonzepte für Menschen mit Demenz war das Thema der Fachtagung, die am 2. November 2009 bei der Diakonie RWL  in Düsseldorf stattfand. 40 Teilnehmende – überwiegend Leitungen von Altenpflegeeinrichtungen, Geschäftsführer, Pflegedienstleitungen und Mitarbeitende aus den Sozialen Diensten setzen sich kritisch mit den räumlichen atmosphärischen und kommunikativen Dimensionen der Milieugestaltung für Menschen mit Demenz auseinander.

Die Diplom-Ingenieurin Dörte vertrat als Architektin innovative Architekturkonzepte, die Ärztin Jutta Becker den Part der Gestaltung eines bedürfnisgerechten Wohn- und Lebensmilieus.

Anlass für die Tagung sind die Herausforderungen an Einrichtungen und Dienste bei der Projektierung bzw. Schaffung von Wohn- und Lebensumwelten für Menschen mit Demenz. Ausgehend von den Bedürfnissen der Bewohner/innen nach einer wohltuenden und sichernden Umgebung ist unstrittig, dass diese individuell nach Lebensgeschichte höchst unterschiedlich und in fortschreitenden Krankheitsverlauf durch bestimmte Merkmale in Bezug auf Betätigung, Gemeinschaft, Nähe zu vertrauten Menschen (Pflegepersonal), Orientierung und Sicherheit geprägt sind. Bei bis zu 70 Prozent demenzkranken Bewohnern wird deutlich, dass die Binnenhomogenisierung sowie die räumliche und bauliche Gestaltung mehrdimensionale Anforderungen stellt. Nach Erkenntnissen aus Forschung und Empirie suchen Demenzkranke Kontakt zu Mitmenschen (nicht zu Menschen, die sich in einer fortgeschritteneren Demenzphase befinden), Betätigungsfelder, sie benötigen Bewegung und Frischluft, Heimat- und Glaubensbezüge erhalten im Krankheitsverlauf zunehmende Bedeutung.

Welche räumlichen, baulichen und z.B. farb- und lichtgestalterischen Konsequenzen gezogen werden müssen oder können, hängt von verschiedenen Bedingungen und Faktoren ab, wie z.B. der Trägerentscheidung für ein bestimmtes Konzept, den baulichen Gegebenheiten, den Standortbedingungen (aktive Einbeziehung der Umweltbedingungen) der Bewohnerstruktur etc.

Die Fachdiskussion hat gezeigt, dass beim Über-holen der Norm Flure zu Erlebnisflächen werden, die Orientierung, Anregung und Gestaltung bieten. Sie hat aber auch gezeigt, dass Unterschiedlichkeit in der Gestaltung Mut zu Experimenten erfordert.

B. Halm-Schloesser

Material zur Fachtagung

Beitrag von Dipl.-Ing. Dörte Moll, Architektin, Bonn
Moll_Skript_02112009.pdf
Beitrag von Jutta Becker
JuttaBecker-WohnenUndLebenMitDemenz.pps

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