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Ehrenamtskoordination in Einrichtungen und Gemeinden

Ehrenamtskoordination in Einrichtungen und Gemeinden

Ehrenamt geschieht nicht mehr zufällig, sondern bedarf einer Systematik. Die 13 Bausteine des Freiwilligenmanagements bilden die Grundlage für eine gelingende Ehrenamtsarbeit. Dazu zählen die Bausteine:

  • Konzepte entwickeln
  • Bedarf einschätzen
  • Aufgaben beschreiben
  • Rahmenbedingungen schaffen
  • Ehrenamtliche gewinnen
  • Ehrenamt koordinieren und/oder Ansprechpartner sein
  • Erstgespräche führen
  • Orientierung ermöglichen
  • Begleiten und beraten
  • Qualifizierung
  • Anerkennung geben
  • Abschied nehmen
  • Reflektieren und auswerten

Die Koordination des Ehrenamtes hat hier eine zentrale Rolle. Sie stellt ein professionelles Instrumentarium dar, das die Zusammenarbeit der Einrichtung mit Freiwilligen fördert, weiterentwickelt, systematisiert und organisiert. Die Ehrenamtskoordinatorin/der Ehrenamtskoordinator ist Ansprechpartner/-in und Kristallisationspunkt für das Ehrenamt und für Ehrenamtliche und auch Hauptamtliche in ihrer Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen.

Eine solche Koordination kann sowohl von Hauptamtlichen als auch von Ehrenamtlichen gestaltet werden. Sie findet auf unterschiedlichen Ebenen der Organisationen statt:

  • Auf der Ebene des Trägers der Einrichtung. Hier besteht das Aufgabenspektrum daraus, Koordinatoren in der Einrichtung zu schulen, Standards in den Einrichtungen zu entwickeln und neue Entwicklungen im Ehrenamt zu kommunizieren
  • Auf der Ebene der Einrichtung: Zu den Aufgaben zählen die Einführung von Standards des Freiwilligenmanagements, die Entwicklung einer Ehrenamtskultur und damit verbunden einer Anerkennungskultur, die Koordination von entsprechenden Qualifizierungen, Entwicklung von Ehrenamtskonzepten, ggf. Bildung eines Ehrenamtsarbeitskreises und die Benennung eines Ansprechpartners für alle Belange zum Thema „Ehrenamt“.
  • Möglicherweise ist die Einrichtung so groß, dass sie mehrere kleinere Einrichtungen umfasst. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, auch in den kleinen Einrichtungen einen Koordinator/ eine Koordinatorin für das Ehrenamt zu benennen, die von dem übergreifenden Koordinator begleitet werden .Die Koordinatoren/-innen in den kleineren Einrichtungen können auch identisch sein mit den Ansprechpartnern für die Haupt- und Ehrenamtlichen bei allen Fragen rund ums Ehrenamt.

 

Profil des/ der Koordinators/-in:

Die Koordinatoren/-innen, die in kleinen Systemen auch die Rolle des Ansprechpartners übernehmen können, nehmen eine Art Mittlerrolle ein zwischen den Ehrenamtlichen, den Hauptamtlichen, der Leitung und den Nutzern der Angebote.
Daher sollten der Koordinator/die Koordinatorin über kommunikative, planerische, organisatorische Kompetenzen verfügen.

Aufgabenprofil:

  • Bindung der Ehrenamtlichen an die Einrichtung
  • Kenntnisse der jeweiligen Inhalte der Einrichtung
  • Unterstützung der Kolleginnen/Kollegen bei der Einschätzung der fachlichen, persönlichen und sozialen Kompetenzen der Ehrenamtlichen
  • Regelmäßige Kommunikation mit den Ehrenamtlichen
  • Qualifizierung
  • Klärung der Rahmenbedingungen, Nachweise für das Engagement
  • Schnittstellenmanagement
  • Erstgespräche
  • Öffentlichleitsarbeit in Absprache mit der Leitung

Kompetenzprofil:

  • Leitung von Gruppen
  • Gesprächsführung
  • Konfliktbewältigungsstrategien
  • Fachliche Kompetenzen
  • Methodische Kompetenzen
  • Soziale Kompetenzen
  • Reflexionsfähigkeit

Qualifizierung zum /zur Ehrenamtskoordinator/-in:

Entsprechende Angebote halten die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. und die Diakonie in Düsseldorf vor.
Bausteine einer Qualifizierung:

  • Konzept: Analyse, Projektentwicklung, Profil, Rolle, Qualitätssicherung
  • Umsetzung: Motivation, Veränderungen im Ehrenamt, Tätigkeitsprofile, Gewinnung, Anerkennungskultur
  • Begleiten, Beraten: Erstgespräche, Potenzialanalyse, Schnupperphase, Konflikte, Abschied, Moderation
  • Tätigkeitsprofil des Koordinators/der Koordinatorin

Rahmenbedingungen für die Arbeit des Koordinators/der Koordinatorin:

Die Koordination, die sowohl hauptamtlich als auch ehrenamtliche geschieht, ist in den Einrichtungen mit unterschiedlichen Stundenanteilen versehen. Hier ist es wichtig, darauf zu achten, dass der Stundenanteil mit dem Aufgabenspektrum übereinstimmt, da ansonsten eine Überforderung und Demotivation die Folge sind. Daneben sollten ein Budget, entsprechende Räumlichkeit etc. bereit stehen. Ferner sollte der Koordinator/die Koordinatorin in alle wichtigen Teambesprechungen einbezogen werden.

Karen Sommer-Loeffen

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