31. August 2009
Mut zur Ehrlichkeit in der Kommunalpolitik
Dr. Becker fordert eine offene Bilanz der Probleme in der Beschäftigungs- und Sozialpolitik
Auf dem Foto von links nach rechts:
Pfarrer Dr. Uwe Becker, Inge Berkenbusch (FDP), Bernhard Osterwind (BmU), Arno Werner (CDU), Detlef Ehlert (SPD) und Reinhard Knitsch (B´90/Gründe)
Text und Foto: Pfarrer Andreas Müller
Erkrath-Hochdahl. Mut zur Ehrlichkeit in der Kommunalpolitik forderte am Vorabend der Kommunalwahl Pfarrer Dr. Uwe Becker in einem evangelischen Gottesdienst in anderer Gestalt im Gemeindehaus Sandheide. Die Evangelische Kirchengemeinde Hochdahl hatte eingeladen, fast 100 Menschen waren der Einladung zu diesem besonderen Gottesdienst gefolgt.
Pfarrer Becker: „Ich glaube, es wird Zeit zu mehr bilanzierender Ehrlichkeit in der Politik, Zurückhaltung bei zu großen Versprechungen, was aber nun auch nicht heißen kann, sich nur hinter Haushaltssachzwängen zu verstecken.“ Er bezog sich auf das Jesuswort aus der Bergpredigt: „Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel.“ Pfarrer Becker ist theologischer Direktor des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche im Rheinland und Vorstandsmitglied der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe,
Auch die Spitzen der Erkrather Kommunalpolitik nahmen im Gottesdienst Stellung zu örtlichen sozialpolitischen Themen. Das Vorbereitungsteam für den Gottesdienst benannte fünf Problemfelder der Sozialpolitik, bei denen vor Ort „der Schuh drückt“. Die Anfragen reichten von der erschreckenden hohen Kinderarmut über die Chancen und Risiken der demografischen Entwicklung bis zur Gefahr einer Ghettobildung im Stadtteil Sandheide.
Bürgermeister Arno Werner (CDU) versprach Mehrausgaben für die kommunalen Kindergärten nicht durch Kürzungen im Bildungsbereich aufzufangen. Detlef Ehlert (SPD) forderte ein Stadtentwicklungsprogramm, um angemessen auf die demografischen Veränderungen reagieren zu können. Bernhard Osterwind (BmU) regte eine Stiftung an, um den von der Evangelischen Kirche und der Diakonie beantragten Härtefonds für bedürftige Kinder an Grundschulen umzusetzen. Inge Berkenbusch (FDP) setzte sich für den Bebauung in Bruchhausen ein, um dort Wohnen für Alt und Jung zu ermöglichen. Reinhard Knitsch (Bündnis90/Die Grünen) unterstützte nicht nur den beantragten Härtefonds für die Grundschulen, sondern forderte auch eine Änderung der Gebühren für die Offenen Ganztagsschulen, um mehr Chancengleichheit für Kinder aus benachteiligten Familien zu erreichen. Auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Gottesdienstes kamen im Gottesdienst zu Wort. So forderten sie mehr bürgerschaftlichen Engagement – und dessen öffentliche Würdigung und Förderung.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Pfarrer Andreas Müller, Tel. 02104 449882