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Archiv 2009

30. März 2009

Hilfen bei Computerspielsucht

Diakonie in Düsseldorf eröffnet Beratungsstelle

Sie können nicht mehr damit aufhören, sie vernachlässigen ihre Familien, ihre Freunde und sich selbst. Manche verwahrlosen sogar regelrecht und verlieren den Kontakt zur realen Welt. Ihre Sucht ist die Sucht nach Computerspielen. Es betrifft vor allem männliche Jugendliche und es werden immer mehr. Schätzungsweise mehrere zehntausend Jugendliche in Deutschland sind computerspielsüchtig, so eine neu erschienene Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen. Und die Zahl der Hilferufe steigt.
Mittlerweile gehen bei der Diakonie-Fachambulanz und anderen Beratungsstellen in Düsseldorf jede Woche mehrere Anrufe ein, von Betroffenen selbst oder ihren besorgten Angehörigen. Deshalb ruft die Diakonie in Düsseldorf jetzt eine Fachstelle gegen Computerspielsucht ins Leben. In den nächsten Wochen soll das neue Angebot an den Start gehen.

Soziales Leben in den Griff bekommen

„Wir werden mit den Jugendlichen daran arbeiten, dass sie sowohl ihre Sucht als auch ihr soziales Leben wieder in den Griff bekommen", sagt Karl-Heinz Broich, Leiter der Diakonie Suchtkrankenhilfe. Denn wie bei allen anderen Abhängigkeiten seien ein stabiler Rückhalt in der Familie und tragende soziale Beziehungen wichtig, damit es zu möglichst wenig Rückfällen komme. Mit den Angehörigen wird die Fachstelle auch direkt zusammenarbeiten. So ist geplant, sich mit einer speziellen Gesprächsgruppe direkt an die Eltern zu wenden.
In Zusammenarbeit mit Schulen oder Kirchengemeinden soll die Fachstelle auch Präventionsarbeit leisten. „Dabei geht es nicht um eine generelle Verteufelung von Computerspielen, sondern darum, den Kindern und Jugendlichen einen bewussten und kritischen Umgang damit zu vermitteln", sagt Karl-Heinz Broich.

25 Jahre Erfahrung

Die Diakonie in Düsseldorf stützt die Arbeit ihrer neuen Fachstelle auf fast 25 Jahre Erfahrung in der Arbeit mit Glücksspielsüchtigen. Seit 2002 ist die Fachambulanz auch als „ambulante Behandlungsstelle für pathologische Glücksspieler" anerkannt. Die Beratung oder Behandlung von Computerspielsucht wird allerdings noch nicht bezuschusst oder von Krankenkassen bezahlt. Daher finanziert die Diakonie das neue Angebot aus Eigenmitteln und aus Spenden.
Mehr Informationen zur neuen Fachstelle Computerspielsucht gibt es bei der Diakonie-Fachambulanz, Telefon 0211 73 53 264.

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