Sie sind hier: Start >

Aktuelles

> Archiv >

Archiv 2009

12. November 2009

50 Jahre Suchtberatung

Festakt am 13. November 2009 im Diakonischen Werk Herford

Festakt

Die Suchtberatung besteht seit 1959. Sie wurde damals als sogenannte "Trinkerfürsorgestelle" von der Inneren Mission gegründet. Bis 1980 arbeitete ein Mitarbeiter auf dieser Stelle, zuständig für die Beratung von Betroffenen und Angehörigen, die Vermittlung in stationäre Entwöhnungsbehandlungen, damals noch Trinkerheilanstalten genannt, und die Gründung und Begleitung von Selbsthilfegruppen. Zu den bereits bestehenden Blaukreuz Selbsthilfegruppen der Region, wurde 1964 auf Initiative von Siegfried Strathmeier, hauptamtlicher Berater, ein Grundstein für eine vielfältige Selbsthilfegruppenlandschaft gelegt. 1972 entstand aus der Arbeit der Suchtberatung als Besonderheit die erste Frauenselbsthilfegruppe. In den Jahren wurde die Arbeit ausgebaut und es entstand die "Beratungs- und Behandlungsstelle für Alkohol und Medikamentenabhängige und deren Angehörige."

Seit 1980 ist die Suchtberatung des Diakonischen Werkes mit 3 Planstellen besetzt gewesen. Diese Veränderungen in der Stellenbesetzung hingen auch mit der medizinischen und gesetzlichen Anerkennung seit 1968 zusammen, die Alkoholabhängigkeit als Krankheit definiert und nicht als Trunksucht. Die Aufgabenfelder der SuchtberaterInnen lagen in der Unterstützung und Begleitung der Selbsthilfegruppenarbeit, der Vermittlung in stationäre Entwöhnungsbehandlung und in der Beratung von Betroffenen, Angehörigen und Interessierten und der aufsuchenden Arbeit in Krankenhäusern, Außensprechstunden und Hausbesuchen.


Seit 1999 wurde erstmals die Möglichkeit angeboten, damals noch in Kooperation mit dem Blaukreuz-Zentrum Bad Salzuflen, eine ambulante medizinische Rehabilitation Sucht über die Beratungsstelle im Diakonischen Werk Herford zu beantragen. Kostenträger dieser Behandlung waren die Rentenversicherungsträger und Krankenkassen.

Die Schwerpunkte der Arbeit der Alkohol- und Medikamentenberatungsstelle sind seitdem:

  • Beratung
  • Vermittlung
  • Behandlung

Seit 2007 ist die Alkohol- und Medikamentenberatungsstelle durch Teilnahme an einem Qualitätsentwicklungssystem der evangelischen Fachverbände Sucht, Rheinland-Westfalen-Lippe, für ambulante Sucht und Drogenhilfe berechtigt, den Titel "Diakonie Fachstelle Sucht" zu führen. Heute ist die Fachstelle Sucht Anbieter von Alkohol - und Medikamentenberatung und Anbieter einer ambulanten medizinischen Rehabilitation Sucht.

Die Alkohol- und Medikamentenberatungsstelle hat zwischen 700 - 800 Einmal- und Mehrfachkontakte im Jahr. Zusätzlich bietet sie eine Info Gruppe Sucht an, Angehörigenarbeit, Gesprächskreis für erwachsene Kinder von alkoholkranken Eltern, Frauenspezifische Suchtberatung, Kooperation mit den Selbsthilfegruppen und Kooperation mit den regionalen Kliniken durch Vermittlung und aufsuchende Arbeit. In der ambulanten medizinischen Rehabilitation Sucht wurden im Jahr 2008 65 Männer und Frauen  behandelt. In der ambulanten Nachsorge nach stationärer Entwöhnungsbehandlung waren es 70 Personen, die weiter suchttherapeutisch behandelt wurden.

Im Mittelpunkt der Arbeit der Fachstelle Sucht, Alkohol - und Medikamentenberatungsstelle, steht der einzelne Mensch, der Hilfe sucht. Diesem Suchen nach Hilfe und Veränderung will das Beraterterteam professionell begegnen und entgegenkommen, grundsätzlich unterliegt die Beratung und Behandlung der Schweigepflicht.

Bilder vom Festakt sowie ein Interview mit Frau Angelika Grote, Diplom-Psychologin der Fachstelle Sucht finden Sie ab der kommenden Woche an dieser Stelle.

zurück zur Liste