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Archiv 2009

13. Mai 2009

Menschen mit Behinderung im Krankenhaus

Neue Telefonhotline gibt Tipps

Quelle: fotolia.de

Menschen mit Behinderung in Krankenhäusern zu behandeln, ist eine besondere Herausforderung. Der Klinikalltag kann die behinderten Patienten stark verunsichern. Krankenhauseinweisungen aufgrund unspezifischer Symptome, geringe Erfahrung in der Kommunikation mit Menschen mit Behinderung, aber auch ungewöhnliches Ver­halten der Patienten sind nur ein Teil der Ursachen, die  selbst erfahrenen Medizi­nern und Pflegenden die Diagnose und Behandlung erschweren. Über eine neue Servicenummer erhalten sie nun Rat und Hilfe.

 

Blick für Menschen mit Behinderung

Die Zahl der Patienten mit geistiger oder mehrfacher Behinderung in Krankenhäu­sern wird in den nächsten Jahren dank ihrer höheren Lebenserwartung zunehmen. Dieser Herausforderung wollen sich auch die evangelischen Krankenhäuser in Nord­rhein-Westfalen stellen. „Als christliche Krankenhäuser nehmen wir die Belange chronisch Kranker und behinderter Menschen besonders in den Blick", betont Elke Grothe-Kühn vom Verband Evangelischer Krankenhäuser Rheinland/Westfalen/Lippe (VEK-RWL). Der VEK-RWL und die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe haben am Bielefelder Krankenhaus Mara eine Telefonhotline initiiert, über die Experten Auskunft und konkrete Hilfen für Ärzte und Pflegepersonal an evangeli­schen Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen anbieten.

 

Besondere Bedürfnisse

Die Abläufe und Regeln im Krankenhausalltag sind für Menschen mit Behinderung häufig nicht verständlich und allein die Krankenhausumgebung erzeugt bereits oft Angst. Geplante Untersuchungen werden erschwert, da die Patienten vielfach nicht kooperieren können oder sich sogar gegen die Behandlung wehren. Nicht selten liegt eine Mischung psychischer, sozialer und medizinischer Probleme vor, für deren Behandlung es keine klaren Leitlinien gibt. Einige Patienten leiden unter seltenen Syndromen oder haben eine umfangreiche Medikation. Hinzu kommt, dass Menschen mit Behinderung meist sehr viel Begleitung und Unterstützung brauchen, was das Krankenhauspersonal überfordern kann.

 

Mara hat Erfahrungen

Das Zentrum für Behindertenmedizin im Krankenhaus Mara hat über viele Jahre hin­weg Erfahrungen in der stationären Versorgung von Patienten mit Behinderung gesammelt. Von diesem Expertenwissen sollen jetzt auch die Kliniken profitieren, die nur selten Menschen mit Behinderung behandeln. Am Servicetelefon stehen leitende Ärzte und erfahrene Pflegekräfte Rede und Antwort, um Tipps und Tricks aus der Praxis zu geben. „Das Servicetelefon ist eine einfache und unkomplizierte Art, Fach­wissen weiterzugeben. Davon profitieren unsere evangelischen Krankenhäuser, das hilft unseren Mitarbeitenden und vor allem haben unsere Patienten etwas davon", so Elke Grothe-Kühn weiter.

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