22. Juli 2009
Jeden Tag eine Andacht aufs Ohr
Wuppertaler Stadtmission produziert Andachten für Blinde
Foto: Diakonie RWL
„Jeden Tag höre ich Ihre Andacht auf Kassette! Das gibt mir Kraft. Ich bin so dankbar, dass die Wuppertaler Stadtmission dieses Angebot für blinde Menschen bereithält." So bedankt sich eine blinde Frau bei den Produzenten der Andachtskassetten für Blinde. Der krickeligen Handschrift ist gut zu entnehmen, wie mühsam es gewesen sein muss, diese wenigen Worte auf Papier zu bringen.
Hörandachten für die ganze Welt
Seit 30 Jahren produziert und versendet die Wuppertaler Stadtmission Hörkassetten mit täglichen Andachten auf der Basis des Neukirchner Kalenders. Die Texte werden durch einen Choral und ein frei gesprochenes Gebet ergänzt. Die Versendung erfolgt kostenlos. Damit leistet der Dienst einen wertvollen Beitrag in der Begleitung und Vernetzung von sehbehinderten und blinden Menschen. Monat um Monat gehen die Hörkassetten auf die Reise und werden an rund 600 Empfänger bundesweit geschickt. Mehr als 1000 Menschen zählen zu dem regelmäßigen Hörerkreis, 40 Kassettenboxen gehen ins europäische Ausland, weitere 40 sogar nach Übersee. Viele der Hörerinnen und Hörer melden zurück, dass sie aufgrund ihrer Behinderung oftmals isoliert sind und kaum an gemeindlichem Leben teilnehmen können. Die Andachtskassetten bilden für sie einen wertvollen Brückenschlag und sind zugleich regelmäßige und nachhaltige Seelsorge.
Andachten zukünftig auf CD
Die Technik hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten weiterentwickelt: „Wir würden so gern Ihre Andachten bestellen, aber wir haben nur einen CD-Player. Gibt es die Andachten nicht auch auf CD?", solche und ähnliche Anfragen erreichen mittlerweile die Stadtmission. Die Kassettentechnik ist überholt, Kassetten werden vom Markt genommen, der Hochleistungskopierer mit seinen elf Kopierplätzen kann kaum noch repariert werden. Deshalb hat sich die Wuppertaler Stadtmission entschieden, die Aufnahme- und Kopiertechnik komplett auf die digitale Technik umzustellen. Unterstützt wird sie dabei finanziell von der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Für Renate Görler, Leiterin der Wuppertaler Stadtmission, ein Schritt in die Zukunft: „Wir können und wollen uns den neuen technischen Entwicklungen nicht verschließen. Auch künftig sollen sehbehinderte und blinde Menschen die Chance haben, die Andachten zu beziehen; deshalb kommt die Unterstützung der Diakonie gerade zur rechten Zeit."
Evangelisches Hörmagazin
Ein weiteres Hörmagazin für Blinde und Sehbehinderte, das in Verantwortung der Diakonie RWL herausgegeben wird, finden Sie unter www.evangelisches-hoermagazin.de