16. Juni 2009
Partnerschaft über den Atlantik
Diakoniker aus den USA zu Gast bei der Diakonie RWL

Auf dem Friedhof der Kaiserswerther Diakonie, Foto: Diakonie RWL
„Wir können eine ganze Menge vom deutschen Sozialversicherungssystem lernen", so das Fazit von Bryan Sickbert, dem Präsidenten vom Council for Health and Human Service Ministries (CHHSM), zum Ende eines zehntägigen Besuchs in Deutschland. Im CHHSM ist die diakonische Arbeit der United Church of Christ (UCC) zusammengefasst. Dieser Verband hat 75 Mitglieder mit rund 360 Einrichtungen, die mehreren Millionen Menschen in den ganzen USA soziale Hilfen anbieten. Die Angebote reichen von Gesundheitsvorsorge, Kinder- und Jugendhilfe, Altenhilfe bis hin zu Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Insgesamt haben die Einrichtungen von CHHSM ein Budget von rund 3,9 Milliarden US-Dollar.
UCC mit deutschen Wurzeln
Auf Einladung der Diakonie RWL besuchten sechs Vertreter von CHHSM Deutschland, um kirchlich-diakonische Arbeit und das Sozialsystem kennen zu lernen. Die Situation für die soziale Arbeit der Kirchen ist in den USA vollkommen anders als in Deutschland. Zum einen gibt es kein vergleichbares System von Sozialversicherungen, zum anderen verbietet es die Neutralität des US-Staates, religiösen Organisationen Gelder für karitative Aufgaben zu geben. Deswegen waren die Diakoniker sehr daran interessiert, in wie weit deutsche Modelle auf amerikanische Verhältnisse übertragbar sind. Für viele Einrichtungen von CHHSM wäre das nichts Neues, weil sie entweder deutsche Wurzeln haben oder von deutschen Einwanderern in den USA gegründet wurden.
Diakonie, Politik und Kirchentag
Auf dem Programm der Delegation standen Besuche bei den Bodelschwinghschen Anstalten Bethel, der Diakonie Kaiserswerth, beim Neukirchner Erziehungsverein und der Rheinischen Gesellschaft in Leichlingen. Daneben gab es auch Gespräche mit Vertretern der Bundesdiakonie in Berlin, kirchlich-diakonischen Lobbyarbeitern in Brüssel und im Landtag von NRW. Besonders beeindruckt war die Gruppe vom Kirchentag in Bremen, weil es solche Events mit einer Mischung aus Spiritualität und politischem Engagement in den USA nicht gibt.