Sie sind hier: Start >

Aktuelles

> Archiv >

Archiv 2009

13. Oktober 2009

Diakonische Konferenz in Schwerin

Kerstin Griese neuer sozialpolitischer Vorstand

Das Schweriner Schloss (Foto: pixelio.de)

Der Diakonische Rat des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland hat Kerstin Griese zum sozialpolitischen Vorstand der Diakonie berufen. Die bisherige SPD-Bundestagsabgeordnete und Familienpolitikerin tritt ihr Amt am 1. November 2009 an. Sie folgt Dr. Bernd Schlüter nach.

 

Ein starker Sozialstaat ist für ein zukunftsfähiges Deutschland

Im Diakonie-Vorstand wird Griese zuständig sein für die sozialpolitischen Zentren Gesundheit, Rehabilitation und Pflege (GRP) sowie Familie, Integration, Bildung und Armut (FIBA). "Ich freue mich über die neue Vorstandskollegin und erhoffe mir eine noch schärfere Profilierung der Diakonie" sagt Klaus-Dieter Kottnik, Präsident des Diakonischen Werkes der EKD. Kerstin Griese erklärt: "Ein starker Sozialstaat ist für ein zukunftsfähiges Deutschland unerlässlich. Ich möchte die Brücken zwischen Diakonie und Politik stärken und mich für die Belange der sozial Benachteiligten einsetzen."

 Die 42jährige Historikerin und Politologin ist seit 2003 Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Sozialkammer der EKD. Sie war von 2002 bis 2009 Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und seit 2006 Beauftragte für Kirchen und Religionsgemeinschaften der SPD-Bundestagsfraktion.

 

Dringenden Handlungsbedarf

Dringenden Handlungsbedarf sieht Kottnik vor allem in der Armutsbekämpfung. Er fordert unter anderem Maßnahmen gegen Kinderarmut, für Bildungsgerechtigkeit und mehr Solidarität im Gesundheitswesen. Der Diakonie-Chef betont, Sozialpolitik könne in Deutschland nicht mehr als isoliertes Thema gesehen werden. Globale Krisen wirkten sich auch im wohlhabenden Deutschland immer mehr auf die soziale Gerechtigkeit aus.

 

Mitglieder der Diakonischen Konferenz aus RWL

Niehaus, Renate, Landespfarrerin, Diakonisches Werk Lippe Detmold
Becker, Uwe, Vorstand, Diakonie RWL Düsseldorf
Linzbach, Dr. Moritz, Vorstand, Diakonie RWL Düsseldorf
Barenhoff, Günther, Vorstandssprecher, Diakonie RWL Münster
Dittrich, Jürgen, Vorstandssprecher, Stiftung Volmarstein Wetter
Kleingünther, Martin, Jur. Oberkirchenrat, Bielefeld
Hauschild, Barbara, Diakoniedirektorin, Dortmund
Charlet, Horst, Oberstleutnant, Köln
Wiebe, Rainer, Bonn
Lüchtenborg, Heinrich, Pastor, Wuppertal
Schilling, Sieghard, Geschäftsführer, Diakoniewerk Duisburg
Voigt, Wilfried, Vorstandsvorsitzender, Johannes Seniorendienste Bonn
Conty, Michael, Geschäftsführer, Bodelschwinghsche Anstalten Bielefeld
Weigt-Blätgen, Angelika, Leitende Pfarrerin, Frauenhilfe Soest
Heekeren, Reiner, Stellv. Vorstandsvorsitzender i.R, Bielefeld
Scholle, Ute, Präsidentin, Dortmund

Klimawandel, Ressourcenverknappung und soziale Ungerechtigkeit

Die diesjährige Diakonische Konferenz steht unter dem Thema „Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt“. Im Jubiläumsjahr von „Brot für die Welt“ stellt sich die Konferenz nicht nur den sozialen Herausforderungen hierzulande, sondern setzt sie in Beziehung zu den europäischen und globalen Aufgaben. Klimawandel, Ressourcenverknappung und soziale Ungerechtigkeit lassen sich nicht mehr allein national denken, sondern brauchen den größeren Zusammenhang, um tragfähige Lösungen zu erreichen. Neben den Regularien stehen der Fusionsprozess und Fragen zur Ordnung der Arbeitsrechtlichen Kommission auf der Tagesordnung.

 

Zukunftsfähiges Deutschland in einer nicht zukunftsfähigen Welt

Die Direktorin des evangelischen Hilfswerks "Brot für die Welt", Cornelia Füllkrug-Weitzel, weist darauf hin, dass das Thema der Diakonischen Konferenz "Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt" kaum aktueller sein könne: "Es kann kein zukunftsfähiges Deutschland in einer nicht zukunftsfähigen Welt geben." Sozialpolitische und entwicklungspolitische Fragen müssten stärker aufeinander bezogen werden, so Frau Füllkrug-Weitzel weiter: "Wir müssen global ´Zukunft fair teilen´. Die Sorge um die Benachteiligten im eigenen Land darf nicht ausgespielt werden gegen die Sorge um die Benachteiligten weltweit."

zurück zur Liste