Sie sind hier: Start >

Aktuelles

> Archiv >

Archiv 2009

15. Dezember 2009

Mit wenig Geld Weihnachten feiern

Kaiserswerther Familienpfleger-Schüler geben praktische Tipps

Die angehenden Familienpfleger (v.l.) Alexandra Hanssen, Daniel Garcia und Christine Senft haben Geschenkverpackungen, Tischdekorationen und einen Tannenbaum selbst gefertigt. Foto: Kaiserswerther Diakonie

Den Weihnachtsbaum fertigten sie aus Tannenzweigen, Stechpalmen und Efeu und schmückten ihn mit selbst genähten Dekorationen aus Stoffresten. Als Weihnachtsessen kamen Kartoffelsalat mit Würstchen und selbstgebacken Plätzchen auf den Tisch. Memory- und Kartenspiele haben sie als Geschenke für die Kinder selbst gebastelt.

 

Bedeutung des Weihnachtsfestes

„Weihnachten ist zu einem Konsumfest geworden. So schön wertvolle Geschenke auch sein mögen, das Weihnachtsfest sollte uns eigentlich daran erinnern, dass die große Freude über die Geburt Jesu gerade armen Menschen zuerst verkündet wurde. Unsere Familienpflege-Schüler zeigen Wege auf, wie sie lieb gewonnene Rituale auch in schlechten Zeiten weiter pflegen können“, betont Pfarrer Matthias Dargel, Sprecher des Vorstands der Kaiserswerther Diakonie.

 

Hintergründe der „Hartz-IV-Weihnachtsfeier“

„Die angehenden Familienpfleger haben im Unterricht gelernt, wie sie bei ihren Einsätzen, die Eltern dazu bringen können, gemeinsam mit ihren Kindern ein schönes Weihnachtsfest zu feiern“, erklärt Schulleiterin Angelika Hülsmann. Seit 2008 bildet die Kaiserswerther Diakonie wieder Familienpfleger aus, die in Haushalten von hilfsbedürftigen Familien eingesetzt werden. In ihrem Arbeitsalltag betreuen Familienpfleger häufig Haushalte, die vom Hartz-IV-Satz leben müssen. „Unsere Familienpfleger werden in Familien eingesetzt, die sich in Krisen- oder Notsituationen befinden. Wenn zum Beispiel das Kindeswohl gefährdet ist, werden solche Einsätze vom Jugendamt in die Wege geleitet“, berichtet Hilde Benninghoff-Giese aus der Praxis, Leiterin der Familie- und Jugendhilfe der Kaiserswerther Diakonie. Die Kaiserswerther Diakonie betreibt selbst drei Einsatzzentralen für Familienpflege, eine in Düsseldorf, eine in Ratingen und eine in Duisburg.

 

Die Familienpfleger-Ausbildung

Die 14 Frauen und sieben Männer, die letztes Jahr im August ihre dreijährige Ausbildung zum Familienpfleger in Kaiserswerth begonnen haben, stellten daher ihre Kurs-Weihnachtsfeier unter das Motto „Hartz IV“, bastelten mit viel Einfallsreichtum Dekorationen und Geschenke sowie bereiteten ein preiswertes Weihnachtsessen vor. Die Schüler werden im Juli 2010 mit dem theoretischen Teil ihrer Ausbildung fertig sein. Dann folgt ein Anerkennungsjahr, das sie in vier verschiedenen Bereichen absolvieren: in der Kinder- und Jugendhilfe, der ambulanten oder stationären Altenpflege, der Behindertenhilfe oder Psychiatrie sowie der klassischen Familienpflege. Dabei sollen ihnen die theoretischen Ansätze und praktischen Erfahrungen, die sie während ihrer Schul-Ausbildung gesammelt haben, helfen, in den Familien Rituale zu pflegen.

 

zurück zur Liste