14. April 2009
Werkstätten spüren die Wirtschaftskrise
Beschäftigungssicherheit für Menschen mit Behinderung

Quelle: Diakonie RWL
Vor allem die Werkstätten, die als Zulieferer für die Automobil- und Maschinenbauindustrie tätig sind beklagen zum Teil massive Auftragseinbrüche. „Je nach Region und Tätigkeitsfeld haben unsere Mitgliedseinrichtungen 20 bis 30 Prozent weniger Aufträge als noch zum Jahresanfang 2008", erklärt Michael Dreiucker, Referent für Behindertenhilfe bei der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Allerdings sei 2008 bei einigen Werkstätten auch ein sehr gutes Jahr gewesen.
Die Beschäftigten in den Werkstätten haben die Sicherheit, dass ihre Arbeitsplätze durch die Wirtschaftskrise nicht gefährdet sind. Das regeln gesetzliche Grundlagen und finanzielle Unterstützungen. Für die Einrichtungen wird es allerdings schwieriger, das Lohnniveau zu halten. „Unsere Werkstätten zahlen im Durchschnitt doppelt so viel Lohn, wie der gesetzlich festgeschriebene Grundlohn", so Dreiucker weiter. Die Finanzlage werde auch dadurch verschärft, dass die Preisverhandlungen mit potentiellen Auftraggebern immer härter geführt werden müssten.
Integration wird schwieriger
Ebenfalls gefährdet sieht der Experte das eigentliche Ziel der Werkstätten: „Es wird immer schwerer Menschen mit Behinderung aus den Werkstätten in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln." Ebenfalls mussten erste Einrichtungen mussten Außengruppen, die direkt in Firmen gearbeitet haben, abziehen und geplante Außenarbeitsplätze wurden aufgekündigt.
Werkstätten reagieren
Die Werkstätten reagieren auf die Herausforderungen der aktuellen Wirtschaftslage mit verstärkter Akquise und einer Bildungsoffensive für ihre Beschäftigten. „Wir wollen die Menschen in unseren Werkstätten fit machen und ihnen neue Fortbildungsangebote machen." Oberstes Ziel sei es dabei den Behinderten sinnvolle Arbeit und Beschäftigungen zu geben. Darüber hinaus bemühten sich die Einrichtungen um eine breite Angebotspalette. „Wer auch Dienstleistungen anbietet, wie Catering, Wäscherei oder Gärtnerei, den kann die Krise im Finanz- und Industriesektor weniger anhaben", rät Michael Dreiucker.