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Archiv 2009

8. Juli 2009

Diakonisches Profil ständig weiterentwickeln

Kirchenkreis Siegen mit neuen Diakonie-Konzept

Foto: Kirchenkreis Siegen

Evangelisches Profil diakonischer Arbeit im Kirchenkreis Siegen

Diakonie wurzelt in der Sendung Jesu Christi und seinem Dienst für alle Menschen. In dieser Sendung liegt nach dem biblischen Zeugnis der Auftrag an die Kirche begründet, den Dienst Jesu in Wort und Tat weiterzutragen. Es ist ein unverzichtbarer Teil der „Missio Dei" und ein Wesensmerkmal von Kirche. Als „Diakonische Werte" werden Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit und insbesondere die Option für die Armen benannt. Das „Diakonische Profil" kommt durch die Orientierung am diakonischen Auftrag und durch die Gestaltung der Arbeit nach den diakonischen Werten zustande. So die Stellungnahme des Theologischen Ausschusses der Kreissynode Siegen.

Geistlich-diakonische Fortbildung

Aus theologischen Kriterien lässt sich nicht zwingend eine bestimmte Struktur von Diakonie wie etwa eine Vereinsstruktur oder die Trägerschaft durch den Kirchenkreis ableiten. Diakonisches Profil, so der Ausschuss, muss in einem ständigen Prozess weiterentwickelt werden und kann nicht in einer ein für allemal „richtigen" Struktur „eingefangen" werden. Die Kreissynode als Gemeinschaft aller Kirchengemeinden muss sich dauerhaft engagieren, wenn sie diakonisches Profil mitgestalten will. Dazu bedarf es der institutionellen und strukturellen Verankerung der Kreissynode. Der Theologische Ausschuss rät dazu, „Geistlich-diakonische" Fortbildung zu institutionalisieren und eine „diakonische Akademie" zu bilden. Diakonie braucht die Gemeinde, um ihre diakonische Identität und Kultur zu bewahren. Die Gemeinde wiederum braucht die Diakonie, um den auch an sie gerichteten Auftrag zu erfüllen.

Zwischenbericht zur Neustrukturierung der Diakonie

Bis zum Sommer 2009 sollten für Siegen neue Diakoniestrukturen entwickelt werden. Die Superintendentin Annette Kurschus gab auf der Kreissynode einen Zwischenbericht über den Stand der Arbeit. „Bei den Beratungen haben wir auf Schritt und Tritt gemerkt, wie uns die Vergangenheit mit ihren gegenseitigen Verletzungen und Missverständnissen immer wieder einholt und zurückwirft", so Kurschus in Anspielung auf den Konflikt zwischen Diakonie und Kirchenkreis im Jahre 2005. „Das bislang Erreichte mag vielleicht wenig erscheinen, es ist aber viel."

 Gemeinsame Ziele

Es gebe aber gemeinsame Ziele: So solle das operative Geschäft und einige Immobilien des Diakonischen Werkes in die Diakonie in Südwestfalen übertragen werden. Dies wende eine Insolvenz des Diakonischen Werkes ab und schaffe Synergien. Das Diakonische Werk könne sich dadurch auf seine verbands-, wohlfahrts- und kirchenpolitischen Aufgaben ebenso konzentrieren wie auf Fragen der grundsätzlichen Ausrichtung der diakonischen Arbeit im Kirchenkreis. Angestrebt werde, so die Superintendentin weiter, eine vertragliche Regelung, nach der in der Gesellschafterversammlung das Diakonische Werk und der Krankenhausverein „mit einer Stimme sprechen".

Zukunftig mit theologischen Direktor

Die zurzeit strukturell gegebene Majorisierung des Diakonischen Werkes durch den Krankenhausverein soll aufgehoben werden. Auf längere Sicht sei zu prüfen, ob der Krankenhausverein und die Mitgliederversammlung des Diakonischen Werkes zusammengelegt werden könnten. Zudem sollen die Satzungen bzw. der Gesellschaftervertrag so angepasst werden, dass der Kirchenkreis - wie es im Diakoniegesetz vorgeschrieben ist - seine Leitungsaufgabe umfänglich und angemessen wahrnehmen kann. Zur Schärfung und Stärkung des diakonischen Profils wolle die Diakonie in Südwestfalen einen „Theologischen Direktor" einstellen.

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