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Archiv 2009

2.März 2009

Anstöße, Anregungen, Aktivitäten

Jahr der Diakonie in Holzwickede:

v.l.n.r.: Jens Rother, Bürgermeister von Holzwickede, Annette Muhr-Nelson, Superintendentin des Kirchenkreises Unna, Willi Cramer, Diakoniepresbyter, Johannes Schäfer, Vorstand Diakonie Ruhr-Hellweg, Claudia Brühl, Pfarrerin in Holzwickede (Foto: Diakonie Ruhr-Hellweg )

Nach einem Jahr voller Aktivitäten wurde am 1. März, dem ersten Sonntag der Passionszeit, Invokavit, das Jahr der Diakonie der Evangelischen Kirchengemeinde Holzwickede und Opherdicke (Kirchenkreis Unna) mit einem Festgottesdienst und einem Empfang offiziell beendet. Diakonie bleibt aber auf der Gemeinde-Tagesordnung. Das Jahr der Diakonie sei ein „Jahr des Anstoßes", hieß es in einer Talkrunde von Diakonie-Aktiven während des Gottesdienstes. Diakonie-Presbyter Willi Cramer präsentierte im Gemeindehaus die Höhepunkte des Jahres der Diakonie. Er zog eine Bilanz des Erreichten und zeigte zugleich auf, wo diakonische Zukunftsaufgaben liegen. Im Festgottesdienst legte Superintendentin Annette Muhr-Nelson den Monatsspruch für März aus: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der Herr." (3. Mose 19,18)

Kirche fragt nach...Diakonie

An der landeskirchlichen Umfrage „Kirche fragt nach" hatte sich die Evangelische Kirchengemeinde Holzwickede und Opherdicke aktiv beteiligt. Dabei wurde deutlich, dass Diakonie als tätige Nächstenliebe gerade von Außenstehenden und Fernstehenden zum Kern kirchlichen Handelns und kirchlicher Glaubwürdigkeit gezählt wird. Die Idee zum Jahr der Diakonie wurde geboren. In der Nachbarschaft, in der Kirchengemeinde Fröndenberg und Bausenhagen, hatte es bereits 2005 ein ähnliches Jahr der Diakonie gegeben. Schon Mitte 2007 starteten die Vorbereitungen in Holzwickede. Eine Steuerungsgruppe plante und koordinierte das Jahr der Diakonie. Drei Arbeitsgruppen entwickelten Ideen und setzten Schwerpunkte: „Ehrenamt und Öffentlichkeitsarbeit", „Alter und Pflege" sowie „Kinder, Armut, Bildung." Bürgermeister Jens Rother, früher selbst Pfarrer der Gemeinde, stellte sich als Schirmherr zur Verfügung. Örtliche Sponsoren stellten Geld bereit, so dass offensiv Werbung betrieben und manches neue Projekt angeschoben werden konnte. Die von den tatkräftigen Händen der „Rat und Tat"-Gruppe vor der Kirche am Markt aufgestellten Großplakate setzten das ganze Jahr über ein markantes Zeichen im Stadtbild.

Veranstaltungsreigen

Welche diakonischen Aktivitäten gibt es bereits? Wie können wir die diakonische Dimension in der Gemeinde wahrnehmen und ausbauen? Wo sind Leerstellen unseres Engagements? Wie gewinnen wir neue Mitarbeiter und wie stärken wir Engagierte, die schon länger dabei sind? Welche Hilfsprojekte können konkret neu begründet werden? Das sind einige Leitfragen, die durch das Schwerpunktjahr gezielt aufgegriffen wurden.
In zahlreichen, ganz unterschiedlichen Veranstaltungen wurden Akzente gesetzt und Anregungen ausgetauscht. Außer dem Eröffnungs- und dem Abschlussgottesdienst gab es einen Festgottesdienst zum Sonntag der Diakonie mit Pfarrer Werner Ruschke, dem Vorstand des Evangelischen Perthes-Werks. Sammlerinnen und Sammler von Caritas und Diakonie feierten einen gemeinsamen ökumenischen Aussendungsgottesdienst zur Eröffnung der Sommersammlung. Das soll zu einer Tradition werden. Auch der besondere Gottesdienst „Alter und Würde" soll in Zukunft jährlich gefeiert werden. Die Ausstellung zur Geschichte der Sammlungen konnte in der örtlichen Sparkasse gezeigt werden. Viele Fachvorträge in Gemeindegruppen und für die Öffentlichkeit informierten im Wichernjahr 2008 über diakonische Handlungsfelder und aktuelle Herausforderungen. Bei einer diakonischen Rundreise zu unterschiedlichsten Einrichtungen der Diakonie Ruhr-Hellweg staunten die Teilnehmer über die Vielfalt diakonischer Angebote und Dienste. Benefizkonzerte, Tag der Pflege, Tag der Besuchsdienste, Podiumsdiskussion zu Kinderarmut, Vorträge zu Sterbebegleitung, ein Diakoniemarkt mit vielen Ausstellern im Stadtzentrum und etliche weitere Aktionen ließen das Jahr der Diakonie zu einem Erfolg werden. Das konnte nur gelingen, weil hauptamtlich und ehrenamtlich Engagierte, Pfarrer und Presbyter, gemeindliche, kreiskirchliche und sozialwirtschaftliche Diakonie konstruktiv zusammenarbeiteten.

Weiter geht's

Ein „Zwischenstopp" soll das Jahr der Diakonie sein, so Pfarrerin Claudia Brühl, Vorsitzende des Presbyteriums, beim Empfang am 1. März. Das Thema Diakonie verschwindet nicht von der Gemeinde-Tagesordnung. Der Anstoß des besonderen Jahres hat den Ball ins Rollen gebracht, jetzt wird er aufgefangen und weitergereicht. Der neue Gesprächskreis für Trauernde arbeitet weiter. Eine Lernmittel-Tafel nach Paderborner Vorbild wird aufgebaut. Die neu geknüpften oder vertieften Kontakte zu Kommunalpolitik, Schule und anderen Ansprechpartnern werden gefestigt zum Wohl der Zivilgesellschaft vor Ort. Aus Highlights des Jahres der Diakonie sollen gute neue Traditionen werden. Ein Erfolg war das Jahr der Diakonie in Holzwickede aber nicht nur durch bunte „Events" und gute Resonanz, sondern, so die Veranstalter, auch durch die Entdeckung von neuen Nöten in der Nachbarschaft und von Missständen, die ideenreich und tatkräftig angepackt werden müssen.

Weitere Informationen

Predigt von Superintendentin Annette Muhr-Nelson zum Abschluss des Jahres der Diakonie
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der Herr. (3. Mose19,18)
Checkliste für ein Jahr der Diakonie
PDF-Dokument zum Herunterladen: Checkliste für ein Jahr der Diakonie

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