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Archiv 2009

4. Juni 2009

Trauer braucht einen Ort

Gedenkstätte für trauernde Flüchtlinge

Foto: Diakonie RWL

Dass Trauer auch einen Ort haben muss, ist mittlerweile fast schon zu einer  Alltagsweisheit geworden. Man geht zum Friedhof, besucht das Grab von verstorbenen Verwandten oder Freunden - und erfährt so, dass die Trauer einen Ort hat, der einem Trost bieten kann. Für Flüchtlinge, die unter schwierigen Umständen ihre Familie und ihre Heimat zurücklassen mussten, ist das ganz anders. Sie suchen in fremden Ländern Asyl, haben keine Orte, an denen sie ihrer Trauer Ausdruck geben können.

Trauerort in Düsseldorf

Das soll  für Flüchtlinge,  die in Düsseldorf und Umgebung leben und Asyl gefunden haben, bald anders werden. Das Psychosoziale Zentrum Düsseldorf (PSZ) setzt sich dafür ein, der Trauer von Flüchtlingen einen Ort zu geben. Das soll mit einem Trauerort im Hof der Bergerkirche inmitten der Düsseldorfer Altstadt Wirklichkeit werden. "Damit Freude wieder einen Platz im Leben finden kann, braucht Trauer einen Ort", so Annette Windgasse, die Leiterin des PSZ.

Gestaltung ohne religiöse Symbole

Die künstlerische Gestaltung dieses Ortes wird in einem Wettbewerb für Künstler ausgeschrieben. Der Trauerort soll die Bedürfnisse trauernder Menschen aufnehmen und ihnen Schutz und Ruhe bieten. Bei der Gestaltung der Gedenkstätte hat das PSZ Vorgaben gemacht. Symbole einer bestimmten Religion zum Beispiel sind tabu. Gleich welcher Kultur und Religion die Flüchtlinge angehören, sollen sie inmitten der Düsseldorfer Altstadt eine Gedenkstätte für ihre Trauer finden. Gleichzeitig entsteht auch ein Ort des öffentlichen Nachdenkens und Besinnens.

Finanzierung durch Spenden

Im Herbst 2010 soll der rund 40.000 Euro teure Gedenkort eingeweiht werden. Das PSZ hofft darauf, dass die Kosten komplett durch Spenden finanziert werden. Seit 1987 ist das PSZ Düsseldorf eine Beratungs- und Therapieeinrichtung für traumatisierte und psychisch belastete Flüchtlinge. Jährlich finden ungefähr 400 Menschen aus mehr als 40 Ländern hier Unterstützung. Getragen wird das PSZ von einem gemeinnützigen Verein, der zur Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe gehört.

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