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Archiv 2009

18. November 2009

Mehr Gerechtigkeit in der Pflege

Neuer Fachverband Altenarbeit gegründet

Fotos: Gesine Lübbers

Gleich bei ihrer ersten Abstimmung zeigten die Mitglieder des neuen Evangelischen Verbandes für Altenarbeit in den Diakonischen Werken Rheinland, Westfalen, Lippe (EVA-RWL) absolute Einheit. Einstimmig verabschiedeten sie eine Resolution zu einem neuen Pflegebegriff, der mehr Gerechtigkeit für Demenz-Kranke enthält. Doch bevor es zu dieser Abstimmung kam, hatten die Mitglieder des Evangelischen Verbandes für Altenarbeit im Rheinland (EVA) und des Evangelischen Fachverbandes für Altenarbeit in Westfalen und Lippe (EFA) über die Neugründung eines Gesamtverbandes für das Rheinland, Westfalen und Lippe und die Auflösung ihrer eigenen Verbände zu entscheiden.

 

neuer Vorstand

Der neue Vorstand:

1. Reihe von links: Gerhard-Wilhelm Brand, Hans-Ludwig Kowalski, Kerstin Schönlau, Inge Vormann, Karen Rothenbusch, Dieter Hanke
2. Reihe von links: Carsten van der Werth, Dirk Raskopf, Frank Schubert, Andrea Schmeißer
3. Reihe von links: Christa Stelling, Ulrich Strüber, Bodo de Vries, Jörg Awiszio, Ulrich Christofczik

Es fehlen auf dem Bild: Uwe Machleit, Ulrich Watermeyer, sowie die Gastmitglieder Renate Forke und Bernd Spornhauer

 

Aus EVA und EFA wird EVA-RWL

Dies geschah am Dienstag, 17. November, ohne große Probleme. Zwar gab es zwei Änderungswünsche zur Satzung des neuen Verbandes, doch die Diskussionen hielten sich in Grenzen. Das lag wohl nicht zuletzt an der guten Vorarbeit der Vorstände von EVA und EFA. Zudem ist die Zusammenarbeit der beiden Verbände nicht neu. Bereits 1984 gab es einen gemeinsamen Arbeitskreis der Fachseminare für Altenpflege und auch in jüngster Zeit sprachen die Verbände schon mit einer Stimme: So gab es gemeinsame Stellungnahmen für die Enquete-Kommission zur Situation und Zukunft der Pflege in NRW und zum Wohn- und Teilhabegesetz NRW.

 

Starke einheitliche Interessenvertretung

Der neue Verband spricht mit gewichtiger Stimme. Als mitgliederstärkster Fachverband für Altenarbeit im Bundesgebiet vertritt er rund 400 stationäre Einrichtungen, 40 Ausbildungsstätten und ca. 1000 Kirchengemeinden. Die Einrichtungen bieten rund 40.000 Plätze und beschäftigen mehr als 28.000 Mitarbeitende. „Wir sind eine starke einheitliche Interessenvertretung der Menschen in unseren Einrichtungen und unserer Mitarbeiter“, betonte Ulrich Christofczik, Geschäftsbereichsleiter Pflege, Alten- und Behindertenarbeit der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. und geborenes Vorstandsmitglied im neuen Fachverband. „Wir wollen miteinander einen Meilenstein setzen“, sagte Gerhard-Wilhelm Brand auf der Gründungsversammlung. Er steht gemeinsam mit seinem rheinischen Kollegen Dieter Hanke für den Vorsitz des neuen Verbandes, der noch vom Vorstand gewählt werden muss, zur Verfügung. Der Verband wird in den ersten vier Jahren von beiden Vorständen der Vorgängerverbände geleitet. Ebenso wird die Geschäftsführung von den Geschäftsführern beider Vorgängerverbände wahrgenommen. So will man verhindern, dass Know-how und Schwerpunkte verloren gehen.

 

Neuer Pflegebegriff für mehr Gerechtigkeit

Doch noch einmal zurück zur Resolution „Neuer Pflegebegriff für mehr Gerechtigkeit“. Der Evangelische Verband für Altenarbeit in den Diakonischen Werken Rheinland, Westfalen, Lippe fordert seit zehn Jahren eine Erweiterung des Pflegebegriffs in der Pflegeversicherung, der auf die Belange dementer Menschen eingeht. Ein solcher Begriff wurde in den letzten beiden Jahren auf pflegewissenschaftlicher Basis entwickelt und liegt jetzt vor. Am 20. Mai legte der von der alten Bundesregierung beauftragte Beirat seinen Bericht zur Umsetzung vor, in dem verschiedene Umsetzungsvarianten geprüft wurden. Die neue Bundesregierung will weiter prüfen. Es sei genug geprüft und jetzt an der Zeit, den neuen Pflegebegriff endlich einzuführen, so übereinstimmend die beiden Geschäftsführer des EVA-RWL Ralf Kraemer und Rudolf Michel-Fabian. Die Diakonie fordere mehr Gerechtigkeit in der Pflege. Unabhängig von der Diskussion um Mittel.

Gesine Lübbers

Weitere Informationen

Resolution im Wortlaut
Resolution: Neuer Pflegebegriff für mehr Gerechtigkeit

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