15. Oktober 2009
Türkische Delegation besucht Straffälligenhilfe
Tag zum Thema Haftvermeidung

Wie funktioniert die Zusammenarbeit von Freier Straffälligenhilfe und Justiz in Deutschland?
Teilnehmer einer türkischen Delegation haben sich auf Einladung der EU-Kommission dazu in NRW informiert. Im Rahmen des 5-tägigen Besuchs hat der Evangelische Fachverband Straffälligenhilfe RWL zum Thema Haftvermeidung einen Tag gestaltet.
Das Subsidaritätsprinzip und das Strafvollzugsgesetz als Grundlage der Zusammenarbeit erläuterten den türkischen Gästen Herr Lutz Greger (Vorsitzender des Fachverbandes) und Frau Sabine Bruns (Geschäftsführerin) nach der Begrüßung.
Richter Burhan Alici aus Antalya überreicht Herrn Peter Eichenauer ein Geschenk und bedankt sich für die Gastfreundschaft.

„Ein reger Austausch an Erfahrungen und Ideen“, freute sich Susanne Haber vom Evangelischen Gemeindedienst im Evangelischen Johanneswerk Bielefeld. Sie informierte die Besucher über die haftvermeidenden Effekte des Beratungsstellenverbundes Bielefeld. Über die Untersuchungshaft- und Ersatzfreiheitsstrafenvermeidung der Bodelschwinghschen Anstalten Bethel in Bielefeld berichtete Herr Ulrich Weber. Der sehr persönliche Erfahrungsbericht eines türkischen Ehepaares vom Ehe- und Familienseminar mit Herrn Lutz Greger war mutig und beeindruckend „Etwas Innovativeres haben wir in ganz Europa nicht gefunden“, war Meinung der Delegierten. Die türkische Ehefrau schilderte ihre Erfahrungen mit dem deutschen Justizvollzug. „Ich war sehr skeptisch und habe mich die ersten zwei Tage gelangweilt“, schildert der türkische Ehemann in seiner Muttersprache den Delegierten. Seine dann guten Erfahrungen, Pläne aber auch Ängste wurden beim gemeinsamen Mittagessen vertieft. Stop and Go, Untersuchungshaftvermeidung für Jugendliche, ist auch für Nordrhein-Westfalen ein modellhaftes Projekt der gastgebenden Evangelischen Jugendhilfe in Iserlohn. Herr Peter Eichenauer, Geschäftsführer und Herr Christoph Lewark, haben durch die Einrichtung geführt und das Konzept erläutert. Großes Interesse und die Bereitschaft, Ideen zur Haftvermeidung mit zurück in die Heimat zu nehmen und am Fortschritt des Justizsystems so beizutragen, hat Herr Dursun-Ali Atalay sehr deutlich hören können. Als türkisch-sprachiger Mitarbeiter der Evangelischen Jugendhilfe konnte Herr Dursun-Ali Atalay gerade fachliche Dinge in beide Richtungen gut transportieren. Die Mitglieder der Delegation luden die deutschen Kollegen zum Gegenbesuch nach Antalya.