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Archiv 2009

6. November 2009

Immer mehr evangelische Kindertagesstätten auf dem Weg zum Gütesiegel

Mitgliederversammlung des Rheinischen Verbandes Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder

Große Unterstützung für das Gütesiegel

Mittlerweile strebten etwa 300 der knapp 800 Kindertageseinrichtungen im Verband das Evangelische Gütesiegel an, sagte Walther. Mit einem so starken Interesse habe er zunächst gar nicht gerechnet. Das Evangelische Gütesiegel basiert auf dem Handbuch zur Qualitätsentwicklung der Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder. Michael Schaaf von der Projektgruppe BETA stellte es den Teilnehmern vor und vertiefte das Thema in einer Arbeitsgruppe. Viele Einrichtungen haben laut Walther bereits entschieden, sich zusätzlich auch nach DIN ISO 9000:2008 zertifizieren lassen, einem vom TÜV abgenommenen Qualitätssiegel. Die Veranstaltung bot interessierten Mitgliedern gleich die Möglichkeit, sich in einem Arbeitskreis über die Vor- und Nachteile der Einführung des DIN ISO-Systems zu informieren. Walther zeigte sich insgesamt zufrieden mit der Resonanz auf die Qualitätsoffensive. Sei vor zwei Jahren noch Überzeugungsarbeit notwendig gewesen, so gebe es mittlerweile auf allen Ebenen große Unterstützung.

Erste Erfahrungen mit der Umsetzung des Gütesiegels

Von ersten Erfahrungen mit der Umsetzung des Gütesiegels konnten Diakonie-Pfarrer Udo Blank und der Diakonie-Beauftragten für Qualitätsmanagement im Saarland, Thomas Kretzschmar, berichten. Im Saarland erarbeiten 29 Einrichtungen gemeinsam mit Kretzschmar Standards für das Gütesiegel. Anhand einer Checkliste werden dabei alle organisatorischen und pädagogischen Bereiche einer Kindertagesstätte erfasst und standardisiert.

Ganzheitlicher Ansatz

Bei aller Diskussion um ISO-Normen und Standards kam aber auch die Besinnung auf die evangelische Wertevermittlung nicht zu kurz. Eine Arbeitsgruppe zu diesem Thema machte deutlich, dass dies ein wesentlicher Schwerpunkt der Qualitätsentwicklung in evangelischen Kindertagesstätten sein soll. Das evangelische Siegel zeichne sich vor allem durch seinen ganzheitlichen Ansatz aus, sagte Walther. Damit hebe es sich von anderen Zertifikaten ab, so wie etwa dem Gütesiegel „Familienzentrum NRW“. Dieses habe rein funktionalistisch die Beseitigung von Bildungsdefiziten und die Vorbereitung des Kindes auf die Schule im Blick. Der evangelische Ansatz sei es hingegen, die gesamte Persönlichkeit des Kindes zu berücksichtigen und sein soziales Umfeld miteinzubeziehen. Hier bestünden durch das Hineinwirken der Gemeinden in die Einrichtungen auch gute Möglichkeiten, auf die gesamte Familie zuzugehen.

Mit neu gewähltem Vorstand und Beirat auf dem richtigen Weg

Als Zeichen für die große Einsatzbereitschaft der Mitglieder wertete Walther die Tatsache, dass sich der komplette Vorstand und der 20-köpfige Beirat am Ende der Mitgliederversammlung wieder zur Wahl stellten. Einzige Ausnahme: Vorstandsmitglied Ulla Gerlach-Keuthmann konnte ruhestandsbedingt nicht mehr kandidieren. Als Vorstandsvorsitzender wurde Superintendent Jens Sannig (Jülich) einstimmig im Amt bestätigt. Stellvertretender Vorsitzender wurde Pfarrer Wolfgang Poller (Idar-Oberstein). Als Beisitzer wurde Pfarrer Kurt Heyser (Moers) und als Neueinsteigerin Fachberaterin Annett Hemmie gewählt. Der Beirat wurde bis auf drei Positionen wiedergewählt. Neu in dem Gremium sind Pfarrer Torsten Sommerfeld (Köln), Pfarrer Ulrich Görn (Leichlingen) und Leiterin Birgit Hilgenberg (Wuppertal). Das große Engagement und Interesse der Mitglieder an der Weiterentwicklung der Qualitätsoffensive habe gezeigt, dass der Verband auf dem richtigen Weg sei, bilanzierte Walther zum Abschluss der Mitgliederversammlung.

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