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Archiv 2009

7. Februar 2009

Patientenbegleitdienst statt Werkstatt

Werkstätten für Behinderte bieten Außenarbeitsplätze

Mit rotem T-Shirt und Namensschild ist Katharina Klöpper als Mitarbeiterin im Patientenbegleitdienst der Johanniter-Ordenshäuser erkennbar. Immer dabei ist aber auch das Diensthandy, um kurzfristige Änderungen auf den Therapieplänen mit den Kollegen abzustimmen. (Quelle: Anke Marholdt)

Ausgerüstet mit Dienstplan und Handy sowie mit ihrem roten T-Shirt und dem Namensschild ist Katharina Klöpper für alle gut erkennbar als Mitarbeiterin des Patientenbegleitdienstes der Johanniter-Ordenshäuser in Bad Oeynhausen. Früher hat sie in den Wittekindshofer Werkstätten Schrauben verpackt. Jetzt kennt sie sich in der Rehaklinik wie in ihrer eigenen Westentasche aus, obwohl das Gebäude mit über 255 Betten relativ groß und über mehrere Etagen gebaut ist.

Voraussetzungen für die Mitarbeit im Patientenbegleitdienst, zu dem auch Zivildienstleitende gehören, sind Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, angemessene und freundliche Umgangsformen, körperliche Belastungsfähigkeit, Flexibilität und guter Fahrstil mit dem Rollstuhl.

Wachsende Anzahl von Außenarbeitsplätzen

"Katharina Klöpper konnte langsam in die Aufgabe hineinwachsen und fühlt sich sichtbar wohl mit dieser Arbeit. Große Probleme gab es keine. Kleine Unsicherheiten oder Unstimmigkeiten besprechen wir bei meinen regelmäßigen Besuchen und Gesprächen", berichtete Rüdiger Peters, der in den Wittekindshofer Werkstätten für die Außenarbeitsplätzen zuständig ist. Noch ist ihre Anzahl eher gering, aber sie steigt kontinuierlich. "Die Wittekindshofer Werkstätten arbeiten wie ein modernes Dienstleistungsunternehmen, dazu gehört es auch, dass wir dahin gehen, wo die Arbeit ist. Eine breite Palette von Dienstleistungsangeboten ergänzt die Beschäftigung in den Räumen Wittekindshofer Werkstätten. Damit wollen wir den Kunden entgegen kommen, aber ermöglichen auch Teilhabe am Arbeitsleben und Inklusion, weil Menschen mit Behinderungen zusammen mit Menschen ohne Behinderungen arbeiten", erklärte Ressortleiter Diakon Reiner Breder.

Anna Giesbrecht (li.) und Melanie Busch sind Kolleginnen im Hausservice der Johanniter Ordenshäuser. Die Zusammenarbeit klappt gut und es wird viel gelacht bei der Arbeit. (Quelle: Anke Marholdt)

Alle Beteiligte sind zufrieden

Die Initiative zur Zusammenarbeit ging von den Johanniter-Ordenshäusern aus: "Wir haben in unserem Haus Aufgaben, die überschaubar sind, aber mit hoher Zuverlässigkeit erfüllt werden müssen. Schon aufgrund unseres christlichen Grundverständnisses lag es nahe, Menschen mit Behinderungen eine Chance zu geben. Die Zusammenarbeit mit dem Wittekindshof bot sich an, da wir die beiden großen diakonischen Träger in Bad Oeynhausen sind", berichtete Frank Böker, Geschäftsführer der Johanniter-Ordenshäuser. "Auch wenn anfänglich einige Absprachen nötig waren, um die richtige Personalauswahl zu treffen, sind mittlerweile alle Beteiligten zufrieden", erläuterte Michael Schelp, Kaufmännischer Leiter der Ordenshäuser.

Stichwort

Wittekindshofer Werkstätten und Außenarbeitsplätze

Die Wittekindshofer Werkstätten bieten rund 1.200 Arbeitsplätze in den Kreisen Borken, Minden-Lübbecke und Herford an. In Zukunft soll die Anzahl der Außenarbeitsplätze ausgeweitet werden. So lernen sie die Herausforderungen des allgemeinen Arbeitsmarktes kennen, aber genießen weiterhin den vollen Schutz der Werkstatt.

Praktikum ermöglicht schrittweise Einarbeitung

Zu den Zufriedenen gehört auch Melanie Busch, die im Hausservice der Johanniter-Ordenshäuser arbeitet. Auf den Stationen hilft sie beim Betten beziehen oder auswaschen, kümmert sich um die Waschmaschine, Trockner, frisch gewaschene Arbeitskleidung und Decken. "Melanie Busch arbeitet zuverlässig und ist gut integriert im Team. Heute merke ich kaum einen Unterschied, ob sie eine Aufgabe erledigt oder eine ihrer Kolleginnen. Nur bei der Einarbeitung mussten wir uns deutlich mehr Zeit nehmen, die wir durch das Praktikum aber auch hatten", freut sich Doris Knollmann, die Leiterin der Hauswirtschaft in den Johanniter-Ordenshäusern.

Grundsätzlich sind neben Einzel-Außenarbeitsplätzen wie in den Johanniter Ordenshäusern auch Außenarbeitsgruppen möglich, bei denen mehrere Werkstattbeschäftigte in einem Betrieb außerhalb der Werkstatt arbeiten. Die Wittekindshofer Werkstätten bieten Außenarbeitsplätzen bei externen Betrieben und in den Regie- und Dienstleistungsbetrieben der Diakonischen Stiftung Wittekindshof beispielsweise in der Wäscherei und im Bereich haushaltsnaher Dienstleistungen an.

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