10. September 2009
Internationale Diakonie
VEM verstärkt diakonischen Austausch

Kinder mit Behinderung in Tansania, Foto: vemission.org
Vom 3. bis zum 6. September trat der Rat der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) zu seinem zweiten Treffen in diesem Jahr zusammen. Auf Einladung der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel, Gründungsmitglied der VEM, fand die Tagung in Bielefeld-Bethel statt. Schwerpunktthema war Diakonie. „Es hat mich beeindruckt zu sehen, dass hier jeder eine Arbeit bekommt. Und sie auch tatsächlich durchführen kann. Das unterstreicht die Würde der Menschen, die mit Behinderungen leben“, sage Pfarrer Dr. Tuhoni Telaumbanua, Kirchenleiter auf der indonesischen Insel Nias und stellvertretender Moderator der VEM, nach dem Besuch. Dr. Kakule Molo, Leiter der baptistischen Kirche im Kivu/Demokratische Republik Kongo unterstrich: „Hier können wir viele Anregungen bekommen. Denn bei uns zu Hause hat der Krieg alle Infrastrukturen zerstört. Wir stehen vor der Frage, wie wir trotzdem sinnvoll diakonisch arbeiten können.“

Fachkraft im Gesundheitszentrum, Foto: vemission.org
Studiengruppe Diakonie
Diakonie sei kein neues Thema in den Kirchen – aber es solle an Profil gewinnen, erklärte der Generalsekretär der VEM, Dr. Fidon Mwombeki. Dazu wollen die Mitglieder der VEM den internationalen Austausch nutzen. Es soll gemeinsame Seminare und Projektbesuche geben, um von den guten Erfahrungen anderer Kirchen für die eigene diakonische Arbeit zu lernen. Für das Jahr 2010 ist auch die Einrichtung einer Studiengruppe Diakonie geplant.
Diakonie als sichtbares Profil
Pfarrer Bernward Wolf, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel, unterstrich die Bedeutung der Zusammenarbeit: Gerade in der Ausbildung, so Wolf, ließen sich die verschiedensten Erfahrungen innerhalb der VEM für die Weiterentwicklung der Diakonie nutzen. Mit dem internationalen diakonischen Programm erhalte die VEM ein neues und sichtbares Profil, würdigte Pastor Ulrich Pohl, Vorstandsvorsitzender der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel, das VEM-Programm. Pastor Ulrich Pohl erinnerte an die gemeinsamen historischen Wurzeln der VEM durch die Betheler Missionare ab 1906 und betonte, dass Mission und Diakonie schon immer zusammengehörten.
Zentrum für Mission und Diakonie
Das Missionshaus Bethel, das im nächsten Jahr seinen hundertsten Geburtstag feiert, beherbergt das neue Programm. Das Haus wurde daher umbenannt in »Zentrum für Mission und Diakonie«. Hier sollen in Zukunft auch Studienaufenthalte zu Themen der Diakonie möglich sein. Außerdem werden Themen wie die Situation alter Menschen und HIV/Aids, die Frage nach der Armut als Verursacher von Krankheiten oder Leben mit Behinderung in Seminaren und Programmen aufgenommen.
Diakonie als Teil von Mission
Die Moderatorin der VEM, Diakonin Regine Buschmann, eröffnete am Nachmittag auch die neue Bilderausstellung im Missionshaus. In 14 Bildern wird hier die Geschichte von Mission und Diakonie in Bethel und Ostafrika dargestellt. Die Bethel Mission – gegründet 1920 in Bethel – war die einzige Missionsgesellschaft, die ein dezidiertes Konzept über Diakonie als Teil der Mission verfolgte. Diese Geschichte lebt bis heute weiter: In der von Bethel-Missionaren gegründeten heutigen Nordostdiözese der Lutherischen Kirche von Tansania wurde vor zwei Jahren das erste diakonische Universitätscollege gegründet, in dem zurzeit Förderpädagogen und Juristen ausgebildet werden. Die Zusammenarbeit mit diesem College – wie auch mit diakonischen Hochschulen und Fachhochschulen in Deutschland – soll weiter ausgebaut werden.
Vereinte Evangelische Mission
Die Vereinte Evangelische Mission ist eine internationale Gemeinschaft von 34 Kirchen in Afrika, Asien und Deutschland und den v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel. Außer der Geschäftsstelle in Wuppertal gibt es regionale Büros in Afrika (Daressalam, Tansania) und Asien (Medan, Indonesien). Von Anfang an hat die VEM ein ganzheitliches Missionsverständnis verfolgt: Neben der Verkündigung des Evangeliums geht es auch darum, die Lebensumstände notleidender Menschen zu verbessern und für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einzutreten.