15. April 2009
Das Kriegstrauma überwinden

Quelle: ekkt.de
Das Diakonische Werk der Evangelischen Kirchenkreise Trier und Simmern-Trarbach gGmbH hat mit der Ausbildung von 35 Traumatherapeuten im Kosovo begonnen. Die neuen Beraterinnen und Berater helfen vor allem Frauen und Kindern, ihre Erfahrungen mit Gewalt zu bearbeiten. Finanziell unterstützt wurde das Projekt von vielen Einzelspenden sowie kirchlichen Organisationen. „Die Ausbildung im Kosovo ist wichtig für Therapeuten in einem Land, in dem viele Menschen, vor allem Kinder und Frauen über viele Jahre schreckliche Gewalterfahrungen machen mussten", sagt Bernd Baumgarten, Geschäftsführer des Diakonischen Werks. Er war Ende März bei der Durchführung des ersten Moduls im Kosovo dabei.
Opfern konkret helfen
„Das Diakonische Werk bietet Traumatherapie für Flüchtlinge und Migranten bereits in Trier und Kirchberg an", erläutert Baumgarten. Diese Erfahrungen nutze die Diakonie für die Ausbildung im Kosovo. Ende März fand das erste Modul der Traumatherapieausbildung in Vushtrri im Kosovo statt. Teilgenommen haben Berater, Ärzte aus dem Gesundheitsdienst, Psychologen und Sozialarbeiter, die in verschiedenen Nicht-Regierungsorganisationen (NROs) arbeiten. Im Kosovo gibt es bis heute viele Frauen und Kinder, die unter der Gewalt des zehn Jahre zurückliegenden Krieges und unter häuslicher Gewalt leiden. Ziel der Arbeit ist es, den Opfern konkret zu helfen und ihre Traumatisierungen zu bearbeiten.
Finanzierung durch Spenden
Im Zuge der vom Diakonischen Werk angebotenen Rückkehrberatung stellte sich den Beratern das Problem der starken Traumatisierung vieler Menschen. Deshalb hat die Diakonie im Herbst 2008 Spenden für eine Traumatherapieausbildung gesammelt. Über 100 persönliche Spender sowie Kirchengemeinden und Kirchenkreise haben rund 4.400 Euro für die Ausbildung zur Verfügung gestellt. Das Diakonische Werk hat 2007 im Kosovo ein Verbindungsbüro errichtet, um auf Anfrage der rheinland-pfälzischen Kommunen und in Verbindung mit dem Kompetenzzentrum der Diakonie im Rahmen der freiwilligen Rückkehr von Flüchtlingen aus Rheinland-Pfalz Hilfe vor Ort durchzuführen.