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Archiv 2009

4. Juni 2009

Ambulante Hilfen im Stadtteil ausbauen und vernetzen

Tagung des Fachverbandes Ambulante Pflege für NRW

Ältere Dame und Pfleger

Foto: www.freiewohlfahrtspflege-nrw.de

„Demenzielle Erkrankungen werden in den nächsten Jahren die Herausforderung für die ambulanten Dienste werden. Mit gerontopsychiatrischen Beeinträchtigungen kann im ambulanten Bereich besser umgegangen werden als in stationären Einrichtungen“, so eine These von Dr. Jürgen Gohde, Vorsitzender des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) und des Beirats zur Überprüfung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs auf einer Fachtagung des Evangelischen Fachverbandes Ambulante Pflege für NRW in Bochum. Insbesondere der Bereich der Prävention und Rehabilitation müsse hier gestärkt werden. Die meisten Pflegebedürftigen – 1,5 Millionen Menschen – würden zu Hause gepflegt. Die Angehörigen stünden häufig vor dem Problem, Pflege und Beruf miteinander vereinbaren zu müssen. Vernetzte, wohnortnahe Hilfen der ambulanten Pflege seien hier zur Unterstützung notwendig.

Für die Zukunft sieht Gohde Mischformen zwischen stationärer und ambulanter Pflege. Das eine werde nicht durch das andere ersetzt. „Versorgungslandschaften müssen gestaltet werden, die die Vielfalt und die Potenziale der älteren Menschen selbst und die Ressourcen im Quartier berücksichtigen“, meinte Jürgen Gohde. Ältere Menschen seien das größte nachwachsende Potenzial selbst organisierten Engagements. Er empfiehlt den Ausbau des gerontopsychiatrischen Bereiches der ambulanten Pflege, das Entwickeln neuer ambulanter Wohnformen wie Wohngemeinschaften, Angebote der Tagespflege und konkrete Alltagshilfen wie Urlaubsbetreuung. Dabei setzt er auf die Stärkung von Eigeninitiative, der gegenseitigen Hilfe im Quartier und des normalen Wohnens in der eigenen Häuslichkeit. Kirchengemeinden müssten sich fragen, was sie einbringen können. „Die Zukunft der Pflege lässt sich allerdings nur bei anständiger Bezahlung sichern. Insbesondere die Verweildauer der Pflegekräfte im Beruf muss gesteigert werden“, so Jürgen Gohde. 

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