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Archiv 2009

26. Januar 2009

Pädagogik in Werkstätten

Behindertenhilfe diskutiert messbare Qualitätsstandards

Rollstuhlfahrer sortiert Urlaubsmünzen in einer Werkstatt der Stiftung Hephata in Mönchen Gladbach. Quelle: Hephata

Was für den Produktionsbereich der Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) selbstverständlich geworden ist, Zielvorgaben zu messen und zu überprüfen, soll auch für den pädagogischen Auftrag von Werkstätten gelten. Dieser Meinung waren die rund 30 Teilnehmer eines zweitägigen Workshops des Fachverbandes Behindertenhilfe und Psychiatrie RWL. Die Leiter und QM-Beauftragten von 15 Werkstätten wollten wissen, in wie weit sich Controlling-Methoden auch für die berufliche Rehabilitation von Menschen mit Behinderung umsetzen lassen.

Pädagogik ist Kernbereich

Die Leistungsfähigkeit einer WfbM könne nicht allein an betriebswirtschaftlichen Zahlen gemessen werden. Es müsse auch ein besonderer Blick auf die pädagogischen Ziele gerichtet werden. Hierzu können speziell auf die Einrichtung zugeschnittene Ziele und Kennzahlen ein wichtiges Instrument sein, um die Qualität der Arbeit zu verbessern. „Auch die pädagogische Arbeit als wichtiger Kernbereich der Werkstätten kann ins Controlling eingebunden werden. Das ist eine Chance, weil so die betriebswirtschaftliche Sichtweise sinnvoll ergänzt werden kann", bekräftigt Michael Dreiucker, Referent der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Dabei könne es allerdings auch zu Konflikten zwischen betriebswirtschaftlichen und pädagogischen Zielen kommen.

Konkrete Kennzahlen

Die Fachleute versuchten gemeinsam mit dem Organisationsberater Günther Sprunck, GUB-Concept, Ziele und Zielhierarchien aus der pädagogisch-rehabilitativen Praxis zu definieren. „Jede Einrichtung muss sich selbst Ziele setzen, die sich aus der Gesamtkonzeption der Einrichtung ergeben", so Dreiucker weiter. Für jedes Ziel müssten dann konkrete Kennzahlen ermittelt, formuliert und überprüft werden. Das könne der Beschäftigungsgrad in einer Gruppe von Menschen mit Behinderung sein oder wie viele Mitarbeitende erfolgreich an einem Praktikum teilgenommen haben.

Aufwändiger Prozess

Die Teilnehmer des Workshops erhielten konkrete Impulse und praxisnahe Anregungen für die Entwicklung eigener Ziele und Kennzahlen in ihren Einrichtungen. Michael Dreiucker hofft, dass diese Ideen auch in die Tat umgesetzt werden: „Auch wenn das ein recht arbeitsaufwändiger Prozess ist, der viel Energie kostet, erkennen wir doch, dass sich unsere Mitgliedeinrichtungen darauf einlassen, um so das Angebot für Menschen mit Behinderung in unseren Werkstätten noch weiter zu verbessern."

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