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Archiv 2009

26. Februar 2009

Öffne Dich!

150 Jahre Hephata in Mönchengladbach

Zum 150. Geburtstag, eine Jubiläumsausgabe des Hephata-Magazins

Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Menschen mit Behinderung als Strafe Gottes für die Familien gesehen und galten als nicht bildbar. Entsprechend wurden viele von ihnen versteckt gehalten und lebten weitgehend isoliert. Der Rheydter Gemeindepfarrer Franz Balke sah hierin eine Aufgabe für Kirche und Diakonie und initiierte deshalb eine Anstalt für die Erziehung und Ausbildung von Schwachbegabten. Unterstützt wurde er dabei von den Kirchengemeinden Rheydt, Gladbach, Viersen und Odenkirchen sowie Vertretern des Johanniter Ordens.

Vier Jugendliche zu Beginn

Am 20. Februar 1859 konnte ein erstes Haus an der Viersener Straße 23 in Mönchengladbach eingeweiht werden, in dem der aus Württemberg stammende Taubstummenlehrer Karl Barthold zusammen mit seiner Frau die Arbeit mit zunächst vier behinderten Jugendlichen begann. Die Einrichtung erhielt den Namen „Hephata" (ein aramäisches Wort, das Jesus sprach: „Öffne dich") und wurde schnell zu klein für die Zahl der Bedürftigen. Deshalb kauften die Gründer schon im selben Jahr das heutige Anstaltsgelände zwischen Mönchengladbach und Rheydt und begannen damit, zeitgemäße Anstaltsgebäude zu errichten.

Erfolgreich und zukunftsweisend

Das sind die historischen Wurzeln einer der größten Einrichtung für Menschen mit Behinderung in Rheinland, Westfalen und Lippe. Heute engagiert sich die Stiftung an der Seite von mehr als 2.500 Menschen mit Behinderung in 17 Orten in NRW mit Angeboten zum Wohnen, Arbeiten, zur Bildung und Beratung. Dieses Engagement würdigt auch Pfarrer Uwe Becker. „Hephata ist es erfolgreich und zukunftsweisend gelungen, mit ihren vielfältigen Angeboten Lebens- und Begegungsräume für Menschen mit Behinderung zu schaffen, so dass sie nachbarschaftlich eingebunden als Bürger unter Bürgern leben können", schreibt der Vorstand der Diakonie RWL in der Jubiläumsausgabe des Hephata-Magazins.

Neue Ideen in der Behindertenhilfe

Die Stiftung sah sich immer als innovativ und war mit neuen Ideen in der Behindertenhilfe aktiv. In den Anfangsjahren warb man für die Arbeit mit Behinderten in anderen Regionen, so dass zum Beispiel 1867 in Bielefeld-Bethel eine neue Einrichtung gegründet wurde. Später war Hephata einer der ersten Träger, die konsequent auf eine Öffnung des Anstaltsgeländes und eine Dezentralisierung der Einrichtungen gesetzt hat. Heute engagiert sich die Stiftung in der Bundesinitiative „Daheim statt Heim", die sich für das Leben alter und behinderter Menschen in häuslichen Wohnformen einsetzt.

Das Jubiläum wird in diesem Jahr groß gefeiert. Neben einem Festgottesdienst und historischen Vorträgen beteiligt sich die Stiftung auch am Karnevalsumzug. Höhepunkt wird ein diakonisches Stadtfest am 6. Juni in der Innenstadt von Rheydt sein.

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