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Archiv 2009

22. Oktober 2009

Leitbilder, Armut und soziale Teilhabe

Klausurtage des Geschäftsbereichs Familie, Bildung und Erziehung (FABE) in Kreuznach

Collage aus drei Bildern

Die Bildungsstätte Ebernburg, Teilnehmende der Klausurtagung

Ein Jahr nach Gründung des Vereins Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe e. V. verbringt der Geschäftsbereich FABE seine erste Klausur in Rheinland-Pfalz. Die Kreuznacher Diakonie hatte eingeladen. Vorstand Pfarrer Dietrich Humrich und der Öffentlichkeitsverantwortliche Herr Scheffler-Borngässer stellten das größte evangelische Sozialunternehmen in Rheinland-Pfalz vor. Sie berichteten über die Entwicklung des Leitbilds unter Beteiligung aller Mitarbeitenden und über die strategische Ausrichtung der Diakonie Kreuznach. Schwerpunktthema der Klausur war „Armut und soziale Teilhabe“.

„Armut und soziale Teilhabe“ ist auch das Jahresthema des Geschäftsbereichs FABE. Auf der Klausur ging es um die folgenden Fragen: Wie kann es gelingen, über Kampagnen und politische Forderungen hinaus als Diakonie nachhaltig gegen Armut von Kindern und Familien vorzugehen? Wie müssen Konzeptionen und die Praxis evangelisch-diakonischer Einrichtungen und Dienste aussehen, um „armutssensibel“ zu
sein? Dazu hat der Geschäftsbereich auch einen Projektantrag im Rahmen des Europäischen Jahres gegen Armut auf den Weg gebracht.

Der Vorstand der Diakonie RWL und Mentor des Geschäftsbereichs FABE, Dr. Uwe Becker und Pfarrer Bähr, Verbindungsstelle der Diakonie in Rheinland-Pfalz, beteiligten sich an den Diskussionen. Dr. Becker kritisierte in seinem Beitrag den "Prognose-Eskapismus", der jeweils im Dekadensprung die Vollbeschäftigung für erreichbar erklärt. Der Mythos der Vollbeschäftigung verhindere eine umfassendere Debatte über Möglichkeiten einer gesellschaftlichen Integration von Menschen, die keine Chance auf Arbeitsmarktintegration haben. Mehr Differenzierung bei der Höhe der Transferleistungen, ein breiterer Markt der Beschäftigungsförderung und mehr Angebote von Tätigkeiten, die auf der Basis eines geringen Zuverdienstes wenigstens eine soziale Teilhabe bieten, wären Ansätze, um eine Reihe von Menschen vor völliger Ausgrenzung zu bewahren.

Geschäftsbereichsleitung Maria Loheide zog ein positives Fazit der Klausurtagung: „Die Klausur im Südrhein war ein wichtiger und gelungener Beitrag zum Zusammenwachsen und zur fachpolitischen Entwicklung des Geschäftsbereichs und der Diakonie RWL“, so Maria Loheide.

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