16. Oktober 2009
Sprachkurse attraktiv gestalten
Diakonie RWL gegen Sanktionen

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Es sei ein Erfolg, wenn trotz schwieriger Rahmenbedingungen mehr als dreiviertel aller Migranten, die zu einem Deutschkurs verpflichtet werden, daran auch teilnähmen, so die Meinung von Ioanna Zacharaki, Referentin für Migration bei der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Sie reagiert damit auf Meldungen, mehr Teilnehmer müssten mit Sanktionen zur Teilnahme an Kursen gezwungen werden.
Sanktionen nicht der richtige Weg
„Wir halten Sanktionen nicht für den richtigen Weg, um Menschen dazu zu bewegen, Deutsch zu lernen.“ Vielmehr sei es nötig, so die Integrationsexpertin der Diakonie, dass begleitende Maßnahmen die Migranten zum Lernen motivieren. Gute Erfahrungen mache die Diakonie zum Beispiel mit sozialpädagogischer Unterstützung und mit Sprachkursen für Frauen, die mit der Betreuung im Kindergarten verbunden werden. So könne die Abbrecherquote ebenso verringert werden wie durch dezentrale angebotene Kurse.
Kosten sind Hürde
„Gerade in großen Kreisen sind die Entfernungen zum Sprachkursträger oft sehr groß. Andere Menschen können an Sprachkursen nicht teilnehmen, weil diese zu ungünstigen Zeiten stattfinden und die Familien auf das Erwerbseinkommen angewiesen sind“, berichtet Zacharaki. Eine weitere Hürde für viele Zuwanderer seien die Kosten für die Sprachkurse. „600 Euro, einen Euro pro Unterrichtsstunde, sind für einige einfach zu viel. Die kann man auch nicht mit Sanktionen in den Kurs zwingen“, so Zacharaki weiter. Falsch sei auch eine pauschale Verurteilung, zu unterschiedlich seien die regionalen Bedingungen und Teilnahmequoten. „Bei einzelnen diakonischen Einrichtungen werden die Teilnahmekontingente voll ausgeschöpft.“ Zum Beispiel, wenn parallel zum Sprachkurs eine Kinderbetreuung angeboten werde. Im Gebiet der Diakonie RWL gibt es rund 130 Einrichtungen in der Migrationsarbeit.