14. Oktober 2009
Goldener Hammer für Engagierte Jungs
Integrationsprojekt in Essen erhält Auszeichnung
Mit dem Goldenen Hammer 2009 zeichnet der Landesjugendring NRW Menschen und Gruppen in Nordrhein-Westfalen aus, die sich mit guten Ideen und großem Elan für eine tolerante und von gegenseitigem Respekt getragene Gesellschaft engagieren, in der Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierungen keinen Platz haben. Der „Goldene Hammer“ wird bereits seit über 20 Jahren verliehen und ist als Symbol für die Anerkennung kultureller Vielfalt und das Engagement gegen Rassismus bekannt.
Die Preisträger
Drei Projekte erhielten den Goldenen Hammer 2009. Das Jugendrotkreuz Kreisverband Paderborn für seine innovativen Projekte zur Förderung der Integration junger Menschen mit Zuwanderungsgeschichte; der Kinder- und Jugendring Bochum für seinen couragierten Einsatz gegen Rechtsextremismus; und die „Engagierten Jungs“ im Stadtteilprojekt Essen-Altendorf für ihren vorbildlichen Einsatz für ein friedliches und gewaltfreies Zusammenleben.
Aufbauen statt Kaputtmachen
Das Projekt „Engagierte Jungs“ begann im Jahr 2004. Und zwar mit einer gehörigen Portion Ärger. Ein Spielplatz, der gerade frisch umgestaltet worden war, wurde über Nacht zerstört. Gemeinsam mit dem arabischen Konfliktvermittler Khaled Saado trommelte das Stadtteilprojekt Altendorf und die Integrationsagentur des Diakoniewerkes Essen eine Gruppe von Jugendlichen zusammen, die unter Verdacht standen, den Spielplatz zerstört zu haben. Als Wiedergutmachung vereinbarte das Stadtteilprojekt ein Pflanz- und Pflegeaktion, um die schlimmsten Schäden zu beseitigen. „Dabei merkten wir, mit welch großer Begeisterung die Jugendlichen bei der Sache waren“, erinnert sich Projektkoordinatorin Tanja Rutkowski. Aufbauen macht eben doch mehr Spaß als Kaputtmachen.

Bei der Preisverleihung (Foto: Landesjugendring NRW)
Jungs kümmern sich um Spielplätze
Seit 2004 kümmern sich die Jugendlichen unter Anleitung von Grün und Gruga um Spielplätze, räumen dort auf, führen Pflanzaktionen durch und halten die Spielgeräte in Schuss. Das Gruppengefüge konnte durch professionelle, sozialpädagogische Begleitung gestärkt werden, dazu wurden Alltagsprobleme der „Engagierten Jungs“ gelöst: Stress in der Schule oder die berufliche Orientierung. Despina Paraskevoudi-Wilbert von der Integrationsagentur des Diakoniewerkes Essen freut sich über die Motivation der Jugendlichen: „Die machen das gerne hier, weil sie wirklich Ernst genommen werden mit ihren Sachen und Anerkennung bekommen. Außerdem ist das Gruppengefühl für die Jungs sehr wichtig.“
Offensiv gegen Gewalt und Rassismus
Armin Laschet, Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration, hob bei der Preisverleihung hervor, dass es mehr Initiativen und Menschen in unserem Land braucht, die solchen Einsatz zeigten. Menschen, die offensiv gegen Gewalt und Rassismus vorgehen, sich für Demokratie, Menschenrechte und Toleranz einsetzen und so deutlich machen: Dass unsere multikulturelle Gesellschaft dauerhaft nicht überlebensfähig ist, wenn die Kulturen und Religionen nicht aufeinander zugehen und in den Dialog treten.
Weitere Informationen
- Praxisbeispiele aus der Arbeit von Integrationsagenturen auf DVD
- Bürgerschaftliches Engagement - Die Engagierten Jungs (Video im wmv-Format)
