Sie sind hier: Start >

Aktuelles

> Archiv >

Archiv 2009

18. Dezember 2009

Ökumenischer Krankenhausverbund in Trier

Elisabeth- und Marien-Krankenhaus schließen sich zusammen

Blick auf das Evangelische Elisabeth-Krankenhaus in Trier

Das Evangelische Elisabeth-Krankenhaus in Trier und das katholische Marienkrankenhaus in Trier-Ehrang schließen sich zu einem Krankenhausverbund zusammen. Das teilte Gesundheitsministerin Malu Dreyer heute in Trier mit: „Dadurch entsteht in Rheinland-Pfalz zum ersten Mal ein ökumenisches Krankenhaus“.

 

Vision mit Leben füllen

Der Verbund soll bereits zum 1. Januar 2010 gebildet werden und im Laufe des Jahres 2010 in eine gemeinsame Rechtsform münden. Die Vision eines ökumenisch getragenen Krankenhausverbundes mit Leben zu füllen, sei der unbedingte Willen der Verantwortlichen. Das unterstreicht auch Elke Grote-Kühn, Geschäftsbereichsleiterin der Diakonie RWL für den Bereich Krankenhaus und Rehabilitation: „Wir sind froh, dass es zu einer gemeinsamen Trägerschaft gekommen ist und hoffen, dass es gelingt diese ökumenische Zusammenarbeit mit Leben zu füllen.“ Durch den Verbund entsteht ein Plankrankenhaus mit 363 Betten. Beide Krankenhausstandorte und die Arbeitsplätze bleiben erhalten.

 

Agaplesion gAG

Bei der 2002 gegründeten Agaplesion handelt es sich um einen der bundesweit größten evangelischen Krankenhausträger mit Sitz in Frankfurt. Zum Verbund gehören mehr als 60 Einrichtungen, darunter 20 Krankenhäuser sowie 20 Senioren- und Pflegeeinrichtungen. Über 10.000 Mitarbeiter versorgen in den Krankenhäusern rund 190.000 Patienten. Im Jahre 2008 wurden 620 Millionen Euro umgesetzt.

Kirchengemeinde bleibt beteiligt

Träger des Krankenhausverbundes werden die Agaplesion gAG und die Marienhaus GmbH Waldbreitbach. Der Verbundgründung geht die rechtliche Neuordnung des evangelischen Krankenhauses voraus. Der bisherige alleinige Träger, die Evangelische Kirchengemeinde Trier, bleibt mit 25,1 Prozent der Geschäftsanteile am Evangelischen Elisabeth Krankenhaus beteiligt. Agaplesion übernimmt 74,9 Prozent der Geschäftsanteile an dem Krankenhaus. „Wir freuen uns, dass es uns mit dieser Lösung gelungen ist, das evangelische Krankenhaus in Trier zu sichern“, so Georg–Friedrich Lütticken, der Vorsitzende des Leitungsorgans des Trägers. Auch die ökumenische Zukunftsperspektive der Verbundlösung sei der Evangelischen Kirchengemeinde ein besonderes Anliegen, so Lütticken.

 

Trägervielfalt gesichert

Sowohl die Generaloberin der Waldbreitbacher Schwestern, Schwester Basina Kloos, als auch Agaplesion-Vorstandsvorsitzender Bernd Weber sowie die Evangelische Kirchengemeinde Trier versprechen sich von dem Verbund eine Stärkung ihrer beiden Krankenhäuser. Die beiden Häuser allein hätten über kurz oder lang Probleme bekommen, im Wettbewerb mit anderen Krankenhäusern zu bestehen. „Der Verbund“, davon sind die Trägervertreter überzeugt, „bringt beiden Krankenhäusern Vorteile.“ Dem bisherigen Träger, der Evangelischen Kirchengemeinde, die als Mitgesellschafter vor Ort für die Identität der Einrichtung steht, dankte die Ministerin für die gute Arbeit in den vergangenen Jahrzehnten. Der Krankenhausverbund gewährleistet, dass in Trier auch weiterhin ein evangelisches Krankenhaus betrieben wird. „Das war für uns sehr wichtig“, betonte Ministerin Dreyer. „Dadurch ist die Trägervielfalt in Trier gewahrt.“

 

zurück zur Liste