8. Januar 2009
Pflegewohngruppe für Migranten
Diakonie Köln erhält Innovationspreis

Darren Klingbeil, Redakteur des Vincentz-Verlages, Beate Linz, Geschäftsführerin der Diakonie gGmbH Köln und Region, Professor Dr. Christian Loffing, Mitglied der Jury (Quelle: Diakonie Köln)
Den Innovationspreis 2008 für Häusliche Pflege hat die Diakonie gGmbH Köln und Region verliehen bekommen. Ausgezeichnet wurden die Leistungen des Kölner Pflegedienstes für das Projekt „Nascha Kwartihra".
So heißt die erste ambulante Pflegewohngruppe für russischsprachige Demenzkranke in Nordrhein-Westfalen, die vor zwei Jahren in Köln-Vingst gegründet wurde. „Nascha Kwartihra", zu Deutsch „unsere Wohnung", ist eine behindertengerechte Wohngruppe für acht demenzkranke Bewohnerinen und Bewohner, die ursprünglich aus den ehemaligen GUS-Statten stammen. Die Diakonie gGmbH hat hier die ambulante pflegerische, hauswirtschaftliche und soziale Betreuung übernommen und dafür auch russischsprachiges Personal eingestellt.
Zukunftsweisendes Angebot
Als „zukunftsweisendes Angebot" wird diese Dienstleistung in der jetzt verliehenen Urkunde bezeichnet. Weiter heißt es: „Der Preis würdigt den Aufbau einer speziell auf die Bedürfnisse einer Migrantenzielgruppe ausgerichteten alternativen Wohnform eines ambulanten Pflegedienstes als innovative Managementleistung." Das zukunftsweisende Angebot trage dazu bei, den Pflegedienst langfristig in eine wirtschaftlich sichere Zukunft zu führen, so die Jury weiter. Den mit 5000 Euro dotierten Preis verleiht der Vincentz-Verlag jedes Jahr an besonders innovative Projekte, die eine Jury bundesweit auswählt.
Zentraler Gedanke des Projekts ist, dass in den kommenden Jahren die Zahl älterer Migranten stark zunimmt, die nur schwer in den Regeleinrichtungen der stationären Pflege integriert werden können. Das Angebot stößt nach anfänglichen Belegungsschwierigkeiten auf großes Interesse. Alle acht Zimmer sind bezogen und es gibt eine Warteliste.