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Archiv 2009

12. Januar 2009

Kinderarmut und Arbeitsrecht

Diakonie auf der rheinischen Landesynode

Engagement gegen Kinderarmut

(Quelle: ekir.de)

Die Evangelische Kirche im Rheinland will Kirchengemeinden, Kirchenkreise, diakonische Einrichtungen und Institutionen ermutigen, sich verstärkt gegen Kinderarmut zu engagieren. Das ist das Ziel eines Positionspapiers, das den Landessynodalen zur Abstimmung vorliegt. An der Entwicklung des Papiers war auch die Diakonie RWL beteiligt. Es bietet Einblicke in Kinderwelten, politische Forderungen zur Prävention von Kinderarmut sowie konkrete Aktionsvorschläge. Ferner ist eine Internetplattform geplant, in die nachahmenswerte Modellbeispiele eingetragen werden können.

Mehr Qualität in frühkindlicher Bildung

Mit der Einrichtung eines "Integrierten Bildungssystem evangelischer Kindertageseinrichtungen" im Rheinland (IBEK) befasst sich eine weitere Vorlage. Ziel ist es, die Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen zu optimieren und das Profil der Einrichtungen zu stärken. Dadurch soll das Angebot für Kinder und Eltern an evangelischen Kitas verbessert werden. IBEK ist zusammen von Diakonie RWL, EKiR und dem Rheinischen Verband Evangelischer Kindertageseinrichtungen entwickelt worden.

Zwei Kammern für Arbeitsrechtliche Kommission

Eine Vorlage zum Arbeitsrecht in Kirche und Diakonie enthält einen Tendenzbeschluss, in dem es heißt, dass die Arbeitsrechtliche Kommission zukünftig aus zwei Kammern bestehen solle. Die erste Kammer wäre zuständig für die Mitarbeitenden, die aus kircheneigenen Mitteln finanziert werden; die zweite für Arbeitsbereiche, die überwiegend aus anderen Mitteln finanziert werden. Dadurch könnte es zu unterschiedlichen Arbeitsrechtsregelungen für Kirche und Diakonie kommen. Des Weiteren ist beantragt, dass die Mitarbeitervertretungen diakonischer Einrichtungen Verhandlungsführer in die Kommission entsenden können. Außerdem soll der Schiedsweg innerhalb der Kommission um eine zweite Stufe erweitert werden.

Cornelia Füllkrug-Weitzel vor dem Brot für die Welt-Stand (Quelle: Diakonie RWL)

Gemeinden als Rückgrat von Brot für die Welt

Die Synode feiert auch das 50. Jubiläum von Brot für die Welt als Teil der Diakonie. Ausführlich kam deshalb Cornelia Füllkrug-Weitzel, die Direktorin von Brot für die Welt, zu Wort. Sie blickte auf 50 erfolgreiche Jahre kirchlicher Hilfe für hungernde Menschen in der Welt zurück. Sie betonte dabei, dass die Kirchengemeinden das Rückgrat von Brot für die Welt seien und dankte gleichzeitig für das große Engagement rheinischer Gemeinden für die Aktion. Diese Verwurzelung an der kirchlichen Basis solle auch weiterhin bestehen bleiben, auch dann, wenn Brot für die Welt mit dem Evangelischen Entwicklungsdienst zusammen geht. Präses Nikolaus Schneider unterstrich noch einmal wie wichtig diese Fusion sei, weil damit die evangelische Entwicklungshilfe zukunftsfähig gemacht werde.

Diakonie prägt Bild von Kirche

Gäste aus der Politik dankten der Kirche für ihren sozialen Einsatz. Bei den Grußworten von NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, der rheinland-pfälzischen Bildungs- und Jugendministerin Doris Ahnen und Staatssekretär Wolfgang Schild aus dem saarländischen Ministerium für Justiz und Arbeit wurde deutlich, dass das diakonische Engagement entscheidend das Bild von Kirche prägt. Schild verwies auf die Bedeutung der zahlreichen Beratungsstellen der Evangelischen Kirche im Saarland, einem Bundesland im Strukturwandel, das mit großen wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen habe. Die Evangelische Kirche im Rheinland habe Menschen mit Behinderungen, Arbeitslosen, Asylbewerbern und Armen "Gewicht, Raum und Stimme in der Gesellschaft gegeben", so Schild weiter. Die rheinland-pfälzische Ministerin sprach davon, dass "die Evangelischen Kirchen mit ihren zahlreichen Kindertagesstätten maßgeblich" dazu beitrage, dass die Bildungs- und Erziehungsangebote für Kinder bedarfsorientiert flächendeckend ausgebaut werden könnten.

Die Diakonie ist auf der Landessynode mehrfach vertreten. Unter den Synodalen befinden sich unter anderem Pfarrer Dr. Uwe Becker (Diakonie RWL, Vorstand), Eva Gorn (kreuznacher diakonie), Ulrich Hamacher (DW Bonn), Pfarrer Dietrich Humrich (kreuznacher diakonie, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Diakonie RWL), Barbara Montag (Diakonie RWL) und Helga Siemens-Weibrink (DW Wuppertal).

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