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Archiv 2009

17. April 2009

Soziale Hilfe am Zug

Aktionstag der Bahnhofsmissionen

Mitarbeiter der Bahnhofsmission verteilt eine Spendendose: „Wenn das Leben entgleist“. Quelle: Diakonie Köln

„Das Leben ist eine Kunst. Bahnhofsmission." Unter dieses Motto haben die kirchlichen Bahnhofsmissionen ihren internationalen Aktionstag am Samstag, 18. April, gestellt. In Deutschland, der Schweiz, Österreich, Italien und Frankreich soll auf die soziale Arbeit am Bahnhof aufmerksam gemacht werden. Mit einem Tag der offenen Tür und vielfältigen Kunstaktionen beteiligen sich auch die Bahnhofsmissionen im Gebiet der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Zwischen Detmold und Saarbrücken stehen in 23 Städten Bahnhofsmissionen Menschen mit Rat und Tat zur Seite, deren Leben entgleist ist. Egal ob ein Reisender Hilfe beim Umsteigen braucht, bestohlen wurde oder den letzten Zug verpasst hat, bieten die rund 30 Haupt- und 600 Ehrenamtlichen vielfältige Hilfen und Unterstützung an.

Aktionen vor Ort

Für die Hagener Bahnhofsmission ist die Künstlerin Milica Reinhart aktiv: An Leinwänden auf Staffeleien wird gemalt, es werden Texte entstehen, die in die Malerei einfließen, und die Gäste können mit Einwegkameras fotografieren und experimentieren. In Duisburg werden Informationen, Trödel und ein kleiner Imbiss angeboten. Die Bahnhofsmission Bonn lädt zusammen mit einer Künstlerin dazu ein, Reisebilder zu malen. Dazu gibt es Gespräche und Waffeln am Infostand auf Gleis 1. Einrichtungen aus Paderborn und Altenbeken informieren in der Fußgängerzone über ihre Arbeit. Unter dem Motto „Verantwortung pflanzen - Vertrauen ernten" verkaufen sie Setzlinge für Balkon und Garten. In Düsseldorf werden die Räume der Bahnhofsmission blau illuminiert. Am Bahnhof in Krefeld öffnet sich eine Fotoausstellung und in Dortmund animiert eine überdimensionierte Tafel die Reisenden, ihre Gedanken zur Bahnhofsmission zu verewigen. In Köln wird der Aktionstag eine Woche später am Samstag, 25. April, in der Markthalle des Hauptbahnhofs gefeiert. Die Bahnhofsmission bietet persönliche Gespräche, Informationsmaterial sowie eine Tombola.

Im Einsatz für Menschen unterwegs

Die rund 100 Bahnhofsmissionen in Deutschland sind ein ökumenisches Angebot von Diakonie und Caritas für hilfsbedürftige Reisende und Menschen in akuter Not. Rund 2200 Ehrenamtliche sind jedes Jahr rund fünf Millionen Mal im Einsatz. Sie unterstützen zum Beispiel ältere oder Menschen mit Behinderung beim Ein-, Aus- und Umsteigen oder begleiten Kinder, die alleine im Zug fahren. Die Bahnhofsmissionen sind aber auch im Einsatz für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten: die einsam sind, suchtkrank oder wohnungslos. Ihnen wird unkompliziert und direkt geholfen oder sie werden an andere Beratungsstellen und Hilfeeinrichtungen weitervermittelt. Finanziert wird die Arbeit hauptsächlich durch Spenden und Zuschüsse der Kirchen.

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