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Archiv 2009

10. Oktober 2009

Im Krisenfall richtig kommunizieren

Krisen-PR in der evangelischen Altenhilfe

Professorin für Erziehungswissenschaften Dr. Katharina Gröning von der Universität Bielfeld

Die Wahrnehmung der Pflege in der Öffentlichkeit ist geprägt durch Berichte über Pflegemängel und Unterversorgung alter Menschen. Einrichtungen der stationären und ambulanten Pflege sehen sich unter dem Handlungsdruck, auf Krisensituationen wirksam vorbereitet zu sein bzw. in Krisensituationen zur richtigen Zeit das Richtige zu tun. Wie es zu dieser verzerrten Wahrnehmung von Pflegeeinrichtungen kommt, schilderte die Professorin für Erziehungswissenschaften Dr. Katharina Gröning von der Universität Bielfeld. Auf Altenpflegeeinrichtungen werden persönliche Ängste und Abneigung vor Tod und Sterben übertragen. Es herrsche eine kollektive Angst vor dem Abgeschoben werden, so dass Heime zu einer Bühne für die Auseinandersetzung um die Schuldgefühle von Angehörigen werden. Aus dieser Situation heraus äußern Angehörige Kritik und Beschwerden über Pflegemängel, die schnell zu seiner größeren Krise auswachsen könnten, wenn Mitarbeitende und Leitung der Einrichtung nicht richtig darauf reagierten. So sei es enorm wichtig, dass die Leitung solche Kritik aushalte und nicht zum Gegenangriff oder zur Flucht ansetze.

 

Schlagzeile aus der BILD-Zeitung

Auf Krisen vorbereiten

Wie mit Krisen in einzelnen Einrichtungen umgegangen wird, berichteten Christina Kamner-Geyler, Pressesprecherin der Johannes Seniorendienste, und Joachim Knollmann, Hauptgeschäftsführer des Seniorenzentrums Bethel Bad Oeynhausen. Beide betonten wie wichtig es sei, im Vorfeld sich auf eventuelle Krisen vorzubereiten und intern klare Strukturen für solche Fälle vorzubereiten. Dass dabei auch rechtliche Fragen zu bedenken sind, erläuterte Franz Petry, Mitglied der Geschäftsleitung der Ecclesia Gruppe. Es sei falsch, dass man zu laufenden Verfahren nichts sagen dürfe und auch ein Schuldeingeständnis sei möglich, ohne dass daraus direkt rechtliche Konsequenzen erwachsen. Trotzdem sollten nicht voreilig Entschuldigungen ausgesprochen werden, wenn es keinen Grund dafür gibt.

 

Nicht mauern

Wie ein Lokaljournalist auf die Altenhilfe und ihre Krisen blickt, dazu nahm Ekkehard Rüger vom Bergischen Volksboten aus Burscheid in einem Interview Stellung. Man solle es als Chance sehen, wenn ein Journalist bei einer Einrichtungsleitung anrufe, um deren Position zu einer Krise zu erfragen. Wenn dort aber gemauert werde oder er das Gefühl habe, abgespeist zu werden, dann werde sein journalistischer Spürsinn erst richtig geweckt. Vehement verteidigte er die Freiheit der Presse gegen den Wunsch, Artikel über eine Einrichtung vor der Veröffentlichung gegenlesen zu lassen.

 

Praktische Tipps

Praktische Tipps erhielten die rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachtagung in Workshops und Infomaterialien. Um evangelische Pflegeeinrichtungen bei der Weiterentwicklung einer offenen und vertrauensschaffenden Kommunikation im Krisenfall zu unterstützen, hat eine Arbeitsgruppe der Fachverbände 15 Grundregeln entwickelt und Anstoß zur Diskussion des Themas auf einer breiten Basis gegeben.

Material zur Tagung Krsien-PR in der Altenhilfe

Handout - Grundregeln - Checklisten
Handout Tipps zur Krisen-PR
13 Leitsätze zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Diakonie Standards für die Kommunikation
13 Leitsätze zur Krisen PR der Diakonie
Krisen und der richtige Umgang mit ihnen Appendix zu den 13 Leitsätzen zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Diakonie in der Krise
Diakonie in der Krise
Schlagzeilen - gelungene und mißlungene Pressearbeit
Krisenfälle in den Medien (Präsentation)
Tipps von der Pressesprecherin der Johannes Seniorendienste
Do and Don´t in der Krisen-PR
Hinweise von ehem. Pressesprecher des DW Rheinland
Handwerkszeug für Krisen-PR
So könnte eine Pressemeldung aussehen...
Entwurf Beispiel Pressemeldung
Präsentation von Prof. Dr. Gröning
Im Krisenfall richtig kommunizieren
Präsentation von RA Franz Petry
Bedeutung von Haftungsrecht
Textbausteine für Flyer, Pressemeldungen etc.
Textbausteine Diakonie-ÖA

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