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29. April 2010

Arbeitslose brauchen „JobPerspektive“

Diakonie RWL fordert Politik auf, Förderung aufrecht zu erhalten

Second Hand Shop der Diakonie in Troisdorf

Durch das Förderprogramm „JobPerspektive“ erhalten besonders benachteiligte Langzeitarbeitslose dauerhafte Beschäftigungsmöglichkeiten. Als das Programm im Jahre 2007 unter maßgeblicher Beteiligung von NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann aufgelegt wurde, sollten 100 000 Arbeitslose eine geförderte Stelle finden. Bis heute sind nur aber nur knapp die Hälfte der Stellen bewilligt worden. Neueste Verordnungen des Bundesarbeitsministeriums lassen die Diakonie RWL nun befürchten, dass das Programm „JobPerspektive“ eingefroren wird. Im Fördertopf steht nicht mehr ausreichend Geld zur Verfügung, um weitere 50 000 Stellen zu schaffen und die bestehenden dauerhaft mit bis zu 75 Prozent der Kosten zu fördern. Besonders hart trifft das solche Regionen, die mit dem Programm „JobPerspektive“ sehr intensiv gearbeitet haben – etwa Dortmund, Unna und Aachen. Hier stehen viele Projekte ganz auf dem Prüfstand.

 

JobPerspektive muss weitergehen!

„Wenn jetzt die Politik ihre Versprechen bricht, dann verlieren gerade die besonders benachteiligten Arbeitslosen eine reelle Chance auf einen Job. Das Programm „JobPerspektive“ muss weitergehen!“, appelliert Nikolaus Immer, Geschäftsbereichsleiter der Diakonie RWL, an die Politik. Durch das Programm würden die Personengruppen in den Blick genommen, für die es auch unter guten konjunkturellen Bedingungen kaum Zugänge in den Arbeitsmarkt gäbe – wie ältere Arbeitslose, Migranten und Alleinerziehende. Die Einrichtungen der Diakonie RWL haben im Vertrauen auf die Nachhaltigkeit des Programms erhebliche Anstrengungen unternommen, um Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen. „Die ständigen Richtungswechsel in der Förderpolitik gefährden die Chancen der Arbeitslosen, erschweren die Arbeit unserer Einrichtungen und zeugen von einer gewissen Ratlosigkeit der Politik“, so Immer weiter.

 

Vorstand

Gewählt wurden:

Vorsitzender: Michael Stelzner (Neue Arbeit Essen), Stellvertreter: Sabine Riddermann (Pertheswerk Soest) und Wolfgang Biehl (Diakonisches Werk Saar)

Weitere Mitglieder des Vorstandes: Markus Besserer (CJD Frechen), Birgit Buchholz (Diakonie Ennepe-Ruhr/Hagen), Volker Gürke (Diakonie Südwestfalen), Gunter Finkel (Diakoniewerk Duisburg), Martin Klein (Ev. Jugendhilfen Steinfurt), Harry Heintz (Neue Arbeit Saarbrücken), Raimund Klinkert (Bodelschwinghsche Stiftungen Bielefeld), Nikolaus Immer (Diakonie RWL), Geschäftsführerin Ursula Gröning (Diakonie RWL)

Betreuung, Vermittlung und Beschäftigung

Der Evangelische Fachverband für berufliche und soziale Integration (FABI) repräsentiert rund 140 Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Damit ist FABI einer der größten Lobby-Verbände für Beschäftigungsförderung und Arbeitsmarkt-Integration in Deutschland. Mehr als 33 000 Maßnahmenteilnehmer werden durch 4 300 Beschäftigte beraten, ausgebildet und qualifiziert, um eine Chance auf dem Ersten Arbeitsmarkt zu erhalten. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt in der Betreuung, Vermittlung und Beschäftigung ehemals arbeitsloser Menschen im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten. Aber es werden auch Arbeitslose qualifiziert und benachteiligte Jugendliche ausgebildet oder auf eine Ausbildung vorbereitet. Zunehmend wurden jedoch auch im Rahmen der Jobperspektive Stellen geschaffen, die eine unbefristete Beschäftigung ermöglichen. Nur so ist an vielen Orten zum Beispiel das Angebot an Second-Hand-Kaufhäusern aufrechtzuerhalten.

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