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Archiv 2010

1. Dezember 2010

Mit einem Telefonat große Freude schenken

Telefonischer Besuchsdienst der Diakonie Leverkusen

Die Koordinatorin des „Telefonischen Besuchsdienstes“ in Rheindorf Gundula Grün und Pfarrerin Benita Zapf-Mankel freuen sich über das erfolgreiche Projekt und wünschen sich weitere Teilnehmer und Ehrenamtler/innen. Foto: Sabine Schnura

Einen Besuchsdienst per Telefon bieten die Diakonie in Leverkusen und die Evangelische Kirchengemeinde Rheindorf an. Alte, allein lebende Menschen sollen ganz niederschwellig einen verlässlichen Kontakt bekommen. Ehrenamtliche greifen deshalb regelmäßig zum Telefonhörer.

„Wir haben fest gestellt, dass bei älteren und behinderten Menschen, die nicht so oft aus ihrer Wohnung kommen, ein sehr hoher Gesprächsbedarf besteht. Die Leute freuen sich über einen regelmäßigen Anruf, der sie aus ihrer Einsamkeit holt und ein Stück Verlässlichkeit bietet“, berichtet die Rheindorfer Pfarrerin Benita Zapf-Mankel. In Kooperation mit dem Diakonischen Werk und der Stadt Leverkusen bietet die Evangelische Kirchengemeinde Rheindorf seit 150 Tagen sehr erfolgreich den „Telefonischen Besuchsdienst“ an. Gefördert wird die Aktion aus Mitteln des EU-Projektes „Soziale Stadt Rheindorf-Nord“.

 

Einsamkeit hat ein verstecktes Gesicht

Zehn geschulte Ehrenamtlerinnen sowie sie selbst und Koordinatorin Gundula Grün rufen ein oder mehrmals die Woche auf Wunsch ältere Menschen an, hören zu und vermitteln Hilfen und Dienstleistungen. „Wir können in allen Lebenslagen Hilfe vermitteln“, erklären die Pfarrerin und Koordinatorin. „Unser Ziel ist es, den Lebensmut und die Lebensfreude zu stärken und dem Leben einen neuen Sinn zu geben.“ Dabei empfinden sowohl die Menschen, die regelmäßig angerufen werden große Freude als auch die Ehrenamtler selbst. Häufig habe die Einsamkeit ein „verstecktes Gesicht“. Der Betroffene verstecke seine Angst vor der Einsamkeit hinter zahlreichen Aktivitäten. „Er flieht aus der Wohnung und ist ständig unterwegs, nur um nicht alleine zu sein.“ Aber auch Demenz spiele eine zunehmende Rolle bei der älteren Generation. „Viele wollen diese Krankheit nicht wahrhaben und verstecken sie vor den Mitmenschen. Demenz zeigt viele verschiedene Facetten und Farben.“

 

Schulungen für Helferinnen

Die ehrenamtlichen Helferinnen schenken mit ihren regelmäßigen Telefonaten Wärme, Trost, Freude und Lachen. Vor allem in der Weihnachtszeit ist dieser Dienst für beide Partner sehr bereichernd. Nächstenliebe steht im Vordergrund, doch regelmäßige Schulungen sorgen zusätzlich für Fachkompetenz. Dabei werden beispielsweise Demenz, Depressionen, Seelsorge, Pflege- und , und Palliativmedizin thematisiert. Bei einem gemeinsamen Treffen mit Ehrenamtlern, Kooperationspartnern und den betroffenen Menschen lernten sich die Gesprächspartner persönlich kennen und wertschätzen.

 

Mittlerweile telefonieren zehn Ehrenamtler mit 16 Menschen zwischen 68 und 87 Jahren. Interessierte Menschen, die sich am „Telefonischen Besuchsdienst“ beteiligen oder gerne angerufen werden möchten, können sich im Diakonischen Werk unter 0214/8306144, in der Evangelische Kirchengemeinde Rheindorf unter 0214/2028061 oder bei Pfarrerin Zapf-Mankel unter 0214/22591 wenden. Gesucht werden auch noch Sponsoren, die die Fortsetzung des erfolgreichen Projektes im kommenden Jahr gewährleisten.

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