Sie sind hier: Start >

Aktuelles

> Archiv >

Archiv 2010

14. Juli 2010

Das ganze Ruhrgebiet ist auf den Beinen

Beim Still-Leben auf der A 40 ist auch die Diakonie dabei

Das gab es noch nie: die Hauptverkehrsader des Ruhrgebiets, die A 40, wird zu einer riesigen Festmeile. Am Sonntag, 18. Juli, verwandeln 20 000 Tische und 40 000 Bänke die Autobahn in die längste Tafel der Welt. Bei diesem besonderen Kulturhauptstadtfest sind auch Einrichtungen der Diakonie RWL beteiligt.

Mitten im Revier entsteht auf der Autobahn ein Ort der Begegnung, der Kultur und der Kommunikation für alle Menschen – zum „Still-Leben Ruhrschnellweg“ werden rund eine Millionen Besucher erwartet. Zwischen Dortmund und Duisburg werden auch verschiedene Einrichtungen der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe Tische nach draußen stellen und Programm für die Festbesucher bieten.

 

Trinken als Kultur

Die Selbsthilfeorganisation für Suchtkranke und Angehörige, das Blaue Kreuz, wird in Mülheim Styrum auf einem Rauschbrillen-Parcours einen Alkoholgehalt von 1,3 Promille simulieren. Jeder Besucher kann so „trocken“ und mit viel Spaß die Beeinträchtigung durch Alkohol erfahren. Dem Blauen Kreuz geht es dabei nicht um die Verteufelung des Alkohols, sondern um den verantwortungsbewussten Umgang damit, denn Alkohol sei Bestandteil der Trinkkultur im Ruhrgebiet.

 

Alterssimulation

Die Diakonie Ruhr zeigt beim Still-Leben in Bochum-Hamme, wie sich der Körper mit über 70 Jahren anfühlt. Wer in den Spezialanzug steigt, betritt eine Zeitmaschine und ist plötzlich deutlich über 70. Die Besucher können selbst erleben wie es ist, verschwommen zu sehen, mit steifen Fingern greifen und mit trägen Beinen laufen zu müssen. Als weitere Aktionen an den Tischen sind vom Evangelischen Kinder- und Jugendheim Overdyck Tanzeinlagen, Kinderschminken, Luftballonfiguren und Gesellschaftsspiele geplant, zu denen die Passanten eingeladen werden. Die Werkstatt Constantin baut einen Wahrnehmungsparcours auf, an dem Besucher mit verbundenen Augen verschiedene Werkstoffe erkennen und dazu kleine Aufgaben lösen müssen.

 

Die Evangelisch Fachhochschule RWL in Bochum stellt Projektarbeiten von Studierenden aus und heizt den Besuchern mit heißen Rhythmen kräftig ein. Neben Straßentheater mit Prof. Dr. Dietmar Sachser und seiner Seminargruppe werden Trommelworkshops für jedermann und weitere Präsentationen von Prof. Dr. Thomas Greuel und seiner Seminargruppe angeboten.

 

Kreativität von Behinderten und Nicht-Behinderten

Gemeinsam mit Gemeinden und dem Kirchenkreis präsentiert sich das Diakonische Werk an der Ruhr in Höhe der Auffahrt Mülheim-Styrum. Speziell an Kinder richten sich die Kreativangebote des Diakonischen Werks mit Tipp-Kick, Trommelaktionen und Erbsenskulpturen.

Die Ambulanten Dienste der Kaiserswerther Diakonie in Duisburg beraten und unterstützen Menschen mit Behinderung. Beim Straßenfest möchten sie einladen, mit gemeinsam die "Tür zur Kunst des Alltags" zu gestalten. Menschen mit und ohne Behinderung können "Hand in Hand" künstlerisch tätig sein.

Und auch das Diakoniewerk Duisburg will zur Kreativität anregen. In einer Ausstellung werden Bilder der Künstlergruppe MalZeitler gezeigt. Trotz Handicap kreativ statt still leben! Die Zeit zu malen, als Zeit eigenschöpferischer Tätigkeit, gibt der Gruppe nicht nur ihren Namen, sondern hält auch die Möglichkeit bereit, eine positive Identität aus der eigenen Kreativität heraus aufzubauen.

 

Tisch der Religionen

Einen besonderen Platz innerhalb der kirchlichen Aktivitäten nimmt der Tisch der Religionen (Auffahrt Huttrop; Block 45; Kilometer 60,4 und 60,5; Tische 34 bis 39) ein: Ab 11.30 Uhr wollen der Essener Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, der westfälische Präses Alfred Buß, der türkische Religionsattaché Mehmet Ucmus, ein Vertreter der Jüdischen

Kultusgemeinde und Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß gemeinsam die Menschen begrüßen und Gäste empfangen. Um 12 Uhr setzen die vier Religionsvertreter und der Oberbürgermeister von hier aus das große rollende Kunstrad „Engel der Kulturen“ in Bewegung – als Zeichen des guten Willens zum interreligiösen Dialog, der Toleranz und des gegenseitigen Respekts. An mehreren Stellen auf der Autobahn werden Sand-Intarsien des Engels entstehen.

 

zurück zur Liste