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Archiv 2010

26. August 2010

Größtes evangelisches Altenpflege-Unternehmen

Johanniter Seniorenhäuser übernehmen Johannes Seniorendienste

Einrichtungen in RWL

rot = Einrichtungen der JoSe
braun = Einrichtungen der JSD

(klicken zum Vergrößern der Karte)

Die Johanniter Seniorenhäuser GmbH (JoSe) kaufen die 29 stationären Altenpflegeeinrichtungen der Johannes Seniorendienste e.V. (JSD) und werden dadurch der größte freigemeinnützige Träger von Altenpflegeeinrichtungen in Deutschland. Bundesweit werden rund 9600 Menschen in 95 Einrichtungen betreut, knapp ein Drittel davon im Gebiet der Diakonie RWL.

Vorbehaltlich der Zustimmung des Bundeskartellamtes übernimmt die JoSe zum 1. Oktober auch zwei Dienstleistungs-Gesellschaften (Allround GmbH und WDS Wirtschaftsdienste für Sozialeinrichtungen GmbH) aus der Unternehmensgruppe der JSD. Unter dem gemeinsamen Dach werden dann rund 6 000 Mitarbeitende an 80 Standorten arbeiten und einen Jahresumsatz von rund 240 Millionen Euro erwirtschaften. Im Bereich der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe hat das neue Unternehmen 30 Einrichtungen, neun davon sind ehemalige JSD Häuser.

 

Ökonomischer Druck und diakonisches Profil

Der Zusammenschluss solle dazu führen, dass das gemeinnützige Unternehmen angesichts des wachsenden Wettbewerbs seinem diakonischen Auftrag noch besser gerecht werden kann. „Ziel des Zusammenschlusses ist ferner die Intensivierung der Betreuung und Pflege. In dem neuen Verbund können Betreuungskonzepte verbessert, die Mitarbeiterentwicklung gefördert, Synergien entwickelt und somit die Qualität der Dienstleistungen gesteigert werden“, heißt in einer Presseerklärung. Ein weiteres wichtiges Ziel sei der Ausbau der Vernetzung zwischen ambulanten, teilstationären und stationären Leistungen und die Förderung des ehrenamtlichen Engagements für ältere Menschen.

 

Die Partner betreiben ihre Alten- und Pflegeheime in ganz Deutschland als eigene Einrichtungen, als Tochterunternehmen, mittels Managementverträgen oder als Kooperationspartner. In Ausübung christlicher Nächstenliebe betreuen sie alte und kranke Menschen in pflegerischer und seelsorgerischer Hinsicht. In Erfüllung dieser Zielsetzung bilden die Mitarbeiter beider Organisationen jeweils eine Dienstgemeinschaft auf der Grundlage des Evangeliums und widmen sich der ganzheitlichen Betreuung des kranken und pflegebedürftigen Menschen.

 

Bonn bleibt Dienstleistungszentrum

Beide Seiten hatten seit Januar über eine engere Kooperation verhandelt, auch eine mögliche Fusion war Gegenstand der Beratungen. Die Johanniter Seniorenhäuser GmbH war erst im vergangenen Jahr entstanden. Damals schlossen Genossenschaften des Johanniterordens, die Johanniter GmbH als Mehrheitsgesellschafter und die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. ihre 65 stationären Altenpflegeeinrichtungen in der bundesweit agierenden Johanniter Seniorenhäuser GmbH zusammen. Die JoSe ist eine mehrheitliche Tochtergesellschaft der Johanniter GmbH, die ein Ordenswerk der Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem (Johanniterorden) ist. Weitere Gesellschafter sind das Ordenswerk Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. und die Provinzialsächsische Genossenschaft des Johanniterordens. Die JSD waren aus dem 1988 gegründeten Verein Johannes Seniorenwerk hervorgegangen. Die Arbeit des Vereins erfolgt im Geiste des Johannes-Evangeliums und mit christlicher Lebensorientierung. Die JSD haben ihren Hauptsitz in Bonn, der als Dienstleistungszentrum für die Einrichtungen erhalten bleiben soll.

(mit epd)

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