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Archiv 2010

5. August 2010

Der Trauer einen Ort geben

Diakonie schafft Trauerort für Flüchtlinge

Foto: PSZ Düsseldorf

In der Düsseldorfer Altstadt soll erstmals in Europa ein Trauerort für Flüchtlinge entstehen. Mehr als fünfzig Künstler hatten dazu Entwürfe eingereicht, aus denen eine Jury den Entwurf der Künstlerin Anne Mommertz ausgewählt hat. Initiator des Projektes ist das Psychosoziale Zentrum für Flüchtlinge.

 

Ohne religiöse Symbole

Im Hof der evangelischen Bergerkirche im Herzen der Düsseldorfer Altstadt soll der neue Trauerort seinen Platz finden. Damit soll Flüchtlingen eine Möglichkeit gegeben werden, einen Ort für ihre Trauer aufzusuchen. Flüchtlingen in Deutschland fehle es an Orten für ihre Trauer, erklärte die Leiterin des Düsseldorfer Psychosozialen Zentrums für Flüchtlinge, Annette Windgasse. Viele von ihnen hätten Freunde etwa in Bürgerkriegen oder Verwandte in Foltergefängnissen des Heimatlandes verloren. Ziel des Trauerortes ist es, über konkrete religiöse und kulturelle Traditionen hinaus einen Platz zum Trauern anzubieten.

 

Bambus und Spirale

Der nun prämierte Entwurf der Düsseldorfer Künstlerin Anne Mommertz beinhaltet im Wesentlichen eine Landschaftsarchitektur mit natürlichem Material und organischer Formgebung. Hervorstechend sei nach Ansicht der Jury die Einfachheit, mit der er sich der schwierigen Raumsituation zwischen Bergerkirche und den Mauern der umgebenden Grundstücke einfügt. Mommertz Konzept kombiniert Bambus, der bis zu 5 Meter hoch wachsen soll, mit einer sich in den Boden senkenden Spirale. Sitzbänke laden zum Verweilen ein. „Der Entwurf gibt eine Bewegung vor: wer ihn nutzt, geht nach innen und nach unten. Die Mitte bietet einen Handlungsraum für die Trauerrituale der verschiedenen Kulturen und Religionen. Anschließend führt der Weg hinaus nach oben“, so das Urteil der Jury. „Das Grün wird sicher Schutz geben, und die Schnecke Konzentration. Ich kann es fast schon rauschen hören. Es ist gut.” so kommentiert eine Klientin des Psychosozialen Zentrums den Entwurf.

 

Spenden erwünscht

Die Jury war mit Künstlern und Vertretern der evangelischen Kirche und Diakonie besetzt. Das prämierte Konzept soll in den nächsten Monaten umgesetzt werden. Um die gesamten Baukosten von ca. 40 000 Euro zu tragen, sind die Initiatoren auf Spenden und Sponsoren angewiesen.

 

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